Die Aktien von Circle Corp. notierten am Dienstag einen Rückgang von 8 % gegenüber dem Vortag – ein Spiegelbild der Marktunsicherheit, die durch das jüngste Open USD‑Projekt ausgelöst wurde. Das Projekt, ein gemeinsames Unterfangen von Stripe, Coinbase und BlackRock, verspricht, das derzeitige Stablecoin‑Ökosystem zu destabilisieren, indem es Reserven für Partner monetarisierbar macht und jegliche Prägegebühren eliminiert.
Hintergründe
Open USD, ein Open‑Source‑Standard, soll als interoperabler Layer zwischen digitalen Assets und traditionellen Finanzinstitutionen fungieren. Laut interner Unterlagen von Stripe, die anonyme Quellen aus dem Markt bestätigten, sollen Partner künftig 0,15 % Jahresrendite auf ungenutzte Reservesummen erzielen – ein signifikanter Anstieg gegenüber den üblichen 0,03–0,05 % bei USDC‑Hinterlegern. Die Initiative greift zudem die bislang geltenden Minting‑Fees von 0,5 % an, die Circle für die Ausgabe neuer USDC‑Tokens erhebt.
Abbildung 3 illustriert das erwartete Rückgangs‑ und Wachstumsszenario beider Tokens über ein 12‑Monats‑Fenster, basierend auf Monte‑Carlo‑Simulationen des Bloomberg‑Terminals. Die Modelle zeigen, dass Open USD bei erfolgreicher Implementierung innerhalb von sechs Monaten eine Marktpenetration von 12 % erreichen könnte, während USDC potenziell auf 5 % fallen dürfte.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein leitender Analyst des US‑Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass „die regulatorischen Implikationen einer gebührenfreien Prägung sorgfältig geprüft werden müssen“. In London äußerte ein Partner von BlackRock, dass das Projekt „eine neue Ära der Liquiditätsoptimierung für institutionelle Investoren einleiten könnte“, während ein Bitcoin‑Purveyor aus Singapur warnt, dass „die Fragmentierung des Stablecoin‑Marktes das systemische Risiko erhöhen könnte“.
Circle‑CEO Jeremy Allaire hat in einer internen Kommunikationsrunde erklärt, dass das Unternehmen „seine Reserve‑Strategie überarbeiten und potenziell neue Einnahmequellen erschließen“ werde, um den Share‑holder‑Value zu stabilisieren. Gleichzeitig berichtete ein Insider bei Coinbase, dass das Unternehmen intern bereits an einer kompatiblen Brücke zu Open USD arbeite, um „Kunden‑On‑Ramp‑Kosten zu minimieren“.
Ausblick
Die nächsten 90 Tage werden entscheidend sein. Sollte Open USD die prognostizierten Reserve‑Yield‑Ziele erreichen, könnten weitere traditionelle Finanzakteure, darunter Vanguard und State‑Street, folgen. Analysten des Goldman‑Sachs‑Research‑Teams prognostizieren, dass ein möglicher „Stablecoin‑War“ zu einer langfristigen Umlagerung von 2–3 Mrd. USD an Marktvolumen führen könnte, wobei USDC im Zuge der Konkurrenz um Marktanteile unter Druck bleibt.
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