Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat angekündigt, ein künstlich‑intelligentes System zur Vorprüfung von Krypto‑Registrierungsanträgen einzusetzen. Vorsitzender Mike Selig erklärte gegenüber CoinDesk, dass die Initiative dazu dienen solle, die begrenzten personellen Ressourcen der Behörde zu entlasten und gleichzeitig die Datenintegrität im Handel zu sichern.

Hintergründe

Seit dem Inkrafttreten des „Crypto‑Registration‑Act“ im vergangenen Jahr hat die CFTC ein Ansturm von über 3.200 Anträgen verzeichnet – ein Volumen, das die bestehende Prüfungsinfrastruktur überfordert. Interne Analysen, die in einem nicht veröffentlichten Bloomberg‑Terminal‑Report (s. Abbildung 3) präsentiert wurden, zeigen, dass die durchschnittliche Durchlaufzeit von 45 Tagen auf derzeit über 78 Tage angestiegen ist.

Die geplante KI, intern als “RegTech‑Alpha” bezeichnet, nutzt Natural‑Language‑Processing kombiniert mit regelbasierten Entscheidungsbäumen, um Dokumente zu klassifizieren, Risikoparameter zu berechnen und potenzielle Verstöße gegen das „Know‑Your‑Customer“-Protokoll zu markieren. Ein anonymer Programmierleiter des CFTC‑IT‑Teams bestätigte, dass das System bereits in einer geschlossenen Testumgebung eine Fehlerrate von weniger als 1,3 % erzielt habe.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein leitender Analyst von Goldman Sachs, der anonym bleiben wollte, kommentierte: „Der Einsatz von KI in regulatorischen Prozessen ist ein logischer Schritt, birgt jedoch das Risiko einer schwarzen‑Kasten‑Entscheidung, die Marktteilnehmern keine Nachvollziehbarkeit bietet.“ Gleichzeitig kündigte ein Vertreter des britischen FCA an, ein ähnliches Pilotprojekt zu prüfen, nachdem ein interner Bericht von Deloitte (nicht veröffentlicht) Parallelen in den Prozessineffizienzen aufzeigte.

Ein Team von Krypto‑Compliance‑Beratern in Singapur äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher Diskriminierung von Projekten aus Schwellenländern, da die Trainingsdaten überwiegend aus US‑Registern bestünden. Ein hochrangiger Beamter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass drei neue Richtlinien zur Daten‑Diversität in Arbeit seien.

Ausblick

Der CFTC plant, „RegTech‑Alpha“ bis zum Jahresende in einer begrenzten Produktivphase zu implementieren. Sollte die KI die angestrebte Reduktion der Durchlaufzeit um mindestens 30 % erreichen, erwägen die Aufsichtsbehörden eine Ausweitung auf weitere Marktsegmente, darunter Derivate‑ und Futures‑Registrierungen.

Analysten prognostizieren, dass ein erfolgreicher Roll‑out das regulatorische Umfeld für digitale Assets standardisieren könnte, während Kritiker vor einer möglichen „Algorithmic‑Oversight“-Falle warnen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob technologische Effizienz die regulatorische Transparenz tatsächlich stärkt oder neue Unsicherheiten schafft.

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