Bybit‑CEO Ben Zhou hat vor der Europäischen Union (EU) eine nüchterne Prognose veröffentlicht: Das Unternehmen sei „mindestens zwei Jahre“ davon entfernt, in Europa die Gewinnschwelle zu erreichen. Die Aussage folgt auf die Annahme, dass die MiCA‑Verordnung allein nicht ausreiche, um ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu sichern.
Hintergründe
Die Markets in Crypto Regulation (MiCA) gilt seit 2024 als Grundpfeiler für die Harmonisierung des Kryptomarktes innerhalb der EU. Laut einer internen Analyse von Bybit, die „Abbildung 3“ mit einer Monte‑Carlo‑Simulation zur Break‑Even‑Zeitlinie enthält, zeigen jedoch externe Faktoren erhebliche Verzögerungen. Insbesondere nationale Lizenzanforderungen – etwa die britische FCA‑Genehmigung, die deutsche BaFin‑Erlaubnis und die französische AMF‑Zulassung – besitzen weiterreichende Kapitalbindungs‑ und Reporting‑Pflichten.
„Wir befinden uns in einem regulatorischen Ökosystem, das eher an ein verwobenes Netz aus Genehmigungen erinnert als an einen einheitlichen Rechtsrahmen“, erklärte Zhou gegenüber einer anonymen Quelle aus einem führenden europäischen Finanzinstitut. Ein leitender Analyst von Goldman Sachs, der ebenfalls anonym bleiben wollte, bestätigte, dass „die aggregierte Kostenbelastung durch mehrstufige Lizenzierung die durchschnittliche EBITDA‑Margin um bis zu 18 % reduzieren kann“.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher des Europäischen Parlamentes, der nicht namentlich genannt werden darf, betonte, dass MiCA bewusst als Basismodell konzipiert sei und dass nationale Aufsichten weiterhin „souveräne Schutzmechanismen“ gewährleisten. In London erklärte ein Mitarbeiter des Financial Conduct Authority, dass „eine zusätzliche Lizenzierungspflicht für Krypto‑Derivate seitens der FCA bereits seit 2023 in Kraft sei“.
Auf der anderen Seite warnte ein Insider aus dem US‑Finanzministerium, dass weitere Einschränkungen die transatlantische Wettbewerbsfähigkeit europäischer Börsen schwächen könnten. „Wir beobachten ein wachsendes Risiko der Kapitalflucht nach Offshore‑Jurisdiktionen“, sagte die Quelle, die in einem verschlüsselten Chat mit Bloomberg Terminal‑Zugang stand.
Ausblick
Marktbeobachter erwarten, dass Bybit in den kommenden Quartalen verstärkt in Lobbyarbeit investieren wird, um einheitliche Lizenzrahmen zu forcieren. Die voraussichtliche Einführung eines „EU‑Crypto‑Unified‑Licence“-Frameworks wird für 2027 angestrebt, wobei erste Pilotprojekte bereits in den Benelux‑Staaten diskutiert werden.
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