Die im Internet aufgetauchte Datei mit der Referenznummer EFTA00173266 war von der zuständigen Aufsichtsbehörde zunächst als „drohende Geltendmachung von Rechten“ (im Originaljargon: „Aggressive Message“) klassifiziert worden, wie aus internen Notizen hervorgeht, die dieser Redaktion vorliegen. Nach erneuter Prüfung wurde die Einstufung jedoch in „Verwaltungsinterne Routinekommunikation“ geändert – ein Vorgang, der in Fachkreisen als „bemerkenswerte Flexibilität der taxonomischen Zuordnung“ beschrieben wird.
Hintergründe
Die Datei, deren Ursprung nicht eindeutig geklärt werden kann, durchlief nach ihrer Entdeckung in einer öffentlichen Datenbank das übliche Procedere: Sie wurde vom zuständigen Sachbearbeiter als „zur Prüfung vorgemerkt“ markiert und an eine Unterabteilung zur „Sensitivitätsprüfung“ weitergeleitet. „Die Formulierung des ursprünglichen Betreffs war ungewöhnlich direkt für unseren Verkehr“, so ein Mitarbeiter der betroffenen Bundesbehörde, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Das hat bei einigen Kollegen zu einer gewissen… Vorsicht geführt.“ Diese Vorsicht manifestierte sich in einer mehrfachen Überprüfung der Zensurmatrix und letztlich in der deutlich entschärften Neubewertung. Experten für öffentliche Verwaltungsprechung sprechen von einem „Paradebeispiel für proaktive Deeskalation durch semantische Neukalibrierung“.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Entdeckung der Datei und ihres bürokratischen Schicksals hat in transatlantischen Fachgremien für Diskussionen gesorgt. „Es ist weniger der mögliche Inhalt, der beunruhigt, sondern die offensichtliche Priorisierung der Vermeidung von Missverständnissen über die der inhaltlichen Klärung“, analysiert Dr. Almut Voss, Leiterin des Instituts für Verwaltungsethik in Berlin. „Die Botschaft ist nicht mehr der Inhalt, sondern die Reaktion darauf: Die Angst vor dem Falschverständnis ist größer als das Interesse am Verstehen.“ In den USA kommentierte ein ehemaliger Mitarbeiter des Nationalarchivs, ebenfalls unter der Bedingung der Anonymität: „You don’t classify a document as ‘aggressive’ unless you’re afraid of what people might think it says, not necessarily what it does say. That’s a psychological classification, not a documentary one.“
Ausblick
Eine formelle Anfrage dieser Redaktion nach dem vollständigen, unzensierten Inhalt der Datei und den genauen Kriterien für ihre Neubewertung wurde von der zuständigen Behörde mit Hinweis auf „laufende verwaltungsinterne Prozesse zur Standardisierung von Metadaten“ beantwortet. Eine Antwort auf die Frage, ob und wann eine vollständige historische Einordnung des Dokuments erfolgen wird, steht noch aus. Bis dahin bleibt EFTA00173266 ein Fallstudie in der Hierarchie der Ängste: Die Angst vor einer möglichen, falsch interpretierten Aggression scheint größer zu sein als die vor einer ungeklärten, aber vielleicht nur banalen Korrespondenz.
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