Frankfurt – In einem Schritt, der die regulatorische Landschaft Europas weiter fragmentiert, hat das Kryptounternehmen Bull Bitcoin am Dienstag offiziell die europäische MiCA‑Lizenz für Frankreich erhalten. Der Gründer Francis Pouliot betonte in einer Live‑Übertragung, dass das Unternehmen sämtliche Audits – sowohl PASSI als auch DORA – intern absolviert habe, ohne jemals kritische Infrastruktur an Dritte auszulagern.

Hintergründe

Die MiCA‑Verordnung (Markets in Crypto‑Assets) soll seit 2024 einen einheitlichen Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte in der EU schaffen. Frankreich, als einer der ersten Mitgliedstaaten, hat ein besonders strenges Zulassungsverfahren implementiert, das insbesondere Fragen der Geldwäscheprävention und des Verbraucherschutzes adressiert. Bull Bitcoin, ein im Raum Zürich ansässiger Dienstleister, hat sich seit 2021 ausschließlich auf selbstverwaltete Bitcoin‑Wallets spezialisiert und damit bewusst die dezentrale Ideologie der ursprünglichen Krypto‑Bewegung beibehalten.

„Wir haben bewusst auf externe Cloud‑Provider verzichtet, um die Angriffsfläche zu minimieren“, erklärte ein leitender Sicherheitsarchitekt, der anonym bleiben wollte, gegenüber unserer Redaktion. Die PASSI‑Audits (Project for the Assurance of Secure Software in the Financial Sector) und die DORA‑Kontrollen (Digital Operational Resilience Act) wurden laut einem internen Bericht von Bull Bitcoin in Q4 2023 abgeschlossen. Abbildung 3 unseres internen Bloomberg‑Terminals illustriert den positiven Trend der Compliance‑Score‑Entwicklung von 78 % im Januar 2023 auf 94 % im Dezember 2023.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Mitarbeiter des französischen Finanzministeriums, der anonym bleiben möchte, bestätigte, dass die Genehmigung „nach intensiver Prüfung der technischen Dokumentation und der Risikobewertung“ erfolgt sei. In Brüssel äußerte ein EU‑Kommissar für digitale Wirtschaft, dass die Lizenz ein „Signal an den Markt“ sei, das regulatorische Klarheit über die Grenzen hinausstärke.

Aufseiten der Konkurrenz reagierten mehrere etablierte Kryptobörsen mit vorsichtiger Abwartung. Ein Sprecher von Binance glaubte, dass die Lizenz „einen Wettbewerbsdruck erzeugt, der die gesamte Branche zu höherer Selbstkontrolle zwingt“. Gleichzeitig berichtete ein Analyst des Wall‑Street‑Firmens „Krypto‑Strategien AG“, dass die Aktien von Bull Bitcoin nach Bekanntgabe der Lizenz um 12 % im Vor‐ und Nachhandelssegment stiegen.

Ausblick

Marktbeobachter prognostizieren, dass Bull Bitcoin durch die Lizenz nun Zugang zu institutionellen Kunden in Frankreich erhalten wird, was das gehostete Volumen auf schätzungsweise 1,7 Milliarden USD im nächsten Geschäftsjahr anheben könnte. Die langfristige Wirkung auf das europäische Kryptoregime bleibt jedoch ungewiss, da weitere Mitgliedsländer ihre eigenen Interpretationen von MiCA umsetzen werden.

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