Berlin – In einem überraschenden Datenrelease des Analysehauses K33 Research haben die Bitcoin‑ETP‑Bestände einen Rekordrückgang von 27 % seit Jahresbeginn erlitten, während die rolling one‑year flows erstmals seit 2023 ins Minus abrutschten. Die Zahlen, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, belegen einen strukturellen Wandel im institutionellen Interesse an digitalen Assets.

Hintergründe

Abbildung 3 des K33‑Berichts illustriert den Abwärtstrend der Bitcoin‑ETP‑Nettozuflüsse seit Anfang 2022. Die Methodik beruht auf Bloomberg‑Terminal‑Abfragen (Ticker “ETPBTC ”), welche die aggregierten Bestände von 13 europäischen Fonds erfassen. Die durchschnittliche tägliche Volatilität lag im Berichtszeitraum bei 3,8 %, verglichen mit 2,1 % im Vorjahr. Laut einem anonymen Quellen aus dem Markt sei die negative Korrelation zum US‑Dollar‑Index ein wesentlicher Treiber.

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Regulierungsbehörde die jüngsten Entwicklungen beobachtet und prüft, ob Anpassungen im MiFID‑II‑Rahmenwerk notwendig sind.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

In London äußerte ein Senior‑Strategist von Goldman Sachs, dass „die aktuelle Kapitalabfluss‑Welle ein Warnsignal für überhöhte Risiko‑Premien in digitalen Asset‑Klassen darstellt“. Gleichfalls teilte ein Analyst bei JPMorgan mit, dass institutionelle Portfolios nun verstärkt auf alternative Derivate umschichten, um das Exposure zu diversifizieren.

Ein Vertreter der Europäischen Zentralbank, ebenfalls anonym, bemerkte, dass die Euro‑Zone bereits seit Q4 2023 ein „zurückhaltenderes“ Investitionsklima für Krypto‑Produkte verzeichnete, was sich nun in harten Zahlen manifestiere.

Ausblick

Prognostizierende Modelle des Bloomberg‑Terminals (BQL‑Regression, R‑² = 0,86) deuten darauf hin, dass die Bitcoin‑ETP‑Bestände bis Ende 2025 ein weiteres Minus von bis zu 12 % erreichen könnten, sofern die aktuelle Geldpolitik der Federal Reserve unverändert bleibt.

Allerdings weisen K33‑Analysten darauf hin, dass ein kurzfristiger „Liquidity‑Boost“ durch mögliche Neuauflagen von Spot‑ETFs im US‑Markt das Gleichgewicht temporär stabilisieren könnte. Weiterführende Daten werden im nächsten Quartalsbericht veröffentlicht.

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