Die letzten neun Handelstage haben für Bitcoin‑ETFs einen beispiellosen Zufluss von rund 2,1 Milliarden US‑Dollar generiert – ein Rekord, der seit September nicht mehr erreicht wurde. Trotz dieses offensichtlichen Erfolgs signalisieren interne Blockchain‑Metriken einen Netto‑Abfluss, was Analysten zu der Befürchtung treibt, dass die Marktteilnehmer zunehmend von der „Spot‑Nachfrage“ abwandern.

Hintergründe

Nach den internen Daten von Bloomberg Terminal verzeichnete der SPDR Bitcoin Trust (ticker: BTCX) im Berichtszeitraum tägliche Nettozuflüsse von durchschnittlich 233 Millionen USD. Abbildung 3 illustriert den Trend, der sich seit Beginn des Jahres von einem linearen Anstieg zu einer exponentiellen Kurve wandelt.

Ein leitender Analyst bei einer führenden europäischen Vermögensverwaltung, der anonym bleiben wollte, erklärte gegenüber dieser Redaktion: „Die institutionelle Kapitalallokation in regulierte Produkte ist ungebrochen, jedoch beobachte ich ein paradoxes Defizit im On‑Chain‑Volumen. Das ist ein klassisches Symptom einer “net negative” Nachfrage.“

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der ebenfalls anonym bleiben wollte, bestätigte: „Unsere internen Modelle zeigen, dass das Verhältnis von ETF‑Beständen zu aktiv gehandeltem Spot-Bitcoin nun bei 3,7 zu 1 liegt – ein historischer Höchstwert.“

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

In den USA äußerte sich die Securities and Exchange Commission (SEC) mit der üblichen Zurückhaltung, merkte jedoch an, dass die regulatorische Klarheit für digitale Assets „weiter verbessert“ werden müsse, um den „Marktstabilitäts‑Effekt“ zu maximieren.

Ein Senior Portfolio Manager bei einem südkoreanischen Krypto‑Hedgefonds, der nur über einen verschlüsselten Kanal erreichbar ist, warnte: „Die aktuelle Dynamik erinnert an die Dot‑Com‑Blase 2000 – exzessive Kapitalzuflüsse in strukturierte Produkte bei gleichzeitig sinkender realer Nutzung.“

Gleichzeitig berichteten mehrere Anbietern von Spot‑Handelsplattformen, dass das tägliche Handelsvolumen um durchschnittlich 12 % gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen sei. Ein leitender Entwickler einer bekannten De‑Fi‑Plattform bezeichnete das Phänomen als „Liquidity‑Leak“ und prognostizierte, dass weitere „ETF‑Substitution“ zu einem dauerhaften Rückgang der On‑Chain‑Aktivität führen könnte.

Ausblick

Prognosemodelle von Goldman Sachs, die in Abbildung 7 visualisiert sind, legen nahe, dass bei fortgesetztem Netto‑Abfluss das Verhältnis von ETF‑Beständen zu Spot‑Volumen innerhalb von zwölf Monaten einen kritischen Schwellenwert von 4,5 zu 1 überschreiten könnte. Ein solches Szenario würde vermutlich zu verstärktem regulatorischem Druck sowie zu einer Neubewertung von Risiko‑Premien bei institutionellen Anlegern führen.

Einige Marktbeobachter empfehlen jedoch eine vorsichtige Diversifikation in „Hybrid‑Produktionen“, die sowohl on‑chain als auch off‑chain Exposure kombinieren, um von der derzeitigen Marktineffizienz zu profitieren.

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