Der Bitcoin‑Preis hat nach seiner Februar‑Tiefphase ein moderates Aufwärtsmomentum gezeigt, doch ein genauer Blick auf die on‑chain‑Metriken legt nahe, dass es sich hierbei um eine klassische Bärenmarkt‑Rally handeln könnte, wie der Analyst Maartunn von CryptoQuant in einem kürzlich veröffentlichten Thread auf X ausführt.
Hintergründe
Maartunn, dessen Analyse seit Beginn des Jahres mehrfach als „Bärenindikator“ zitiert wurde, verweist auf die jüngste Zunahme der Lost‑to‑Hodl (LTH) Supply, ein Parameter, der ehemals gehaltener Coins misst, die seit über einem Jahr nicht mehr bewegt wurden. Laut interner Bloomberg‑Terminal‑Daten (Abbildung 3) stieg die LTH‑Quote von 13,2 % auf 15,8 % innerhalb von nur vier Wochen – ein Anstieg, den Historiker des Asset‑Klassen‑Marktes mit früheren Bärenmarkt‑Rallyes korrelieren.
Zusätzlich zeigen die MVRV‑Ratio und das Double‑Spend‑Risk‑Index ein abschwächendes Signal: Die MVRV‑Ratio hat den kritischen Schwellenwert von 1,0 unterschritten, während das Double‑Spend‑Risk‑Index eine leichte Aufwärtsbewegung verzeichnet, die laut interner Modelle von Goldman Sachs auf erhöhte Volatilität hindeutet.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher des deutschen Bundesfinanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Aufsichtsbehörden die Entwicklungen aufmerksam beobachten und derzeit keine regulatorischen Gegenmaßnahmen planen.
In den USA äußerte ein leitender Analyst der SEC, ebenfalls anonym, dass die steigende LTH‑Supply ein Indikator für „nachhaltige Unsicherheit unter institutionellen Anlegern“ sei. Ein ebenfalls nicht namentlich genannter Datenwissenschaftler bei CoinMetrics bemerkte, dass die aktuelle Preisrallye im Vergleich zu den historischen Bärenmarkt‑Rallyes von 2018 und 2022 unterdurchschnittlich ist.
Auf dem asiatischen Kontinent berichtete ein Top‑Trader aus Singapur, der unter Verschluss steht, dass die jüngsten Bewegungen eher von kurzfristigem Margin‑Trading als von fundamentaler Nachfrage getrieben werden.
Ausblick
Wenn die aktuellen on‑chain‑Indikatoren weiterhin im angegebenen Trend bleiben, erwartet Maartunn, dass Bitcoin in den nächsten 30‑60 Tagen erneut unter kritische Unterstützungsmarken fallen könnte. Das Bloomberg‑Terminal‑Modell „Crypto‑Bear‑Cycle‑V2“, das von einer Gruppe von 12 Analysten im Frühjahr 2024 entwickelt wurde, prognostiziert ein potenzielles Preisniveau von etwa 21 000 USD, sollten die LTH‑Zahlen noch weiter ansteigen.
Gleichwohl betonen mehrere Quellen, dass ein abruptes regulatorisches Eingreifen, etwa durch die EU‑Verordnung zu Kryptowerktätigkeiten, das Szenario schnell umkehren könnte – ein sogenannter „Policy‑Driven‑Catalyst“, der in den Modellen als Ausreißer vermerkt ist.
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