Ein in Telegram operierender Betrüger stellte kürzlich ein angeblich gefälschtes USDT‑Receipt von 100.000 USDT zur Schau, um seine Legitimität zu untermauern. Die Untersuchung des Dokuments ergab jedoch, dass die zugrunde liegende Wallet kein Privatkonto, sondern ein 2‑of‑3‑Multisig‑Setup war – ein Konstrukt, das üblicherweise von Unternehmen zur Risikominimierung verwendet wird.

Hintergründe

Nach ersten Analysen des Bloomberg‑Terminals (Abbildung 3) weist die Wallet‑Adresse auf ein strukturiertes Governance‑Modell hin, bei dem drei Schlüsselinhaber existieren, von denen zwei für jede Transaktion erforderlich sind. Diese Architektur ist bei dezentralen Finanzplattformen selten für Einzelpersonen zu finden und deutet auf ein höheres Kapital‑ oder regulatorisches Risiko hin. Ein leitender Analyst bei einem führenden Investmenthaus, der anonym bleiben wollte, bestätigte, dass „solche Multisig‑Strukturen typischerweise von Institutionen genutzt werden, um interne Kontrollen zu stärken.“

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, erklärte gegenüber dieser Redaktion, dass die Behörden bereits die Transaktionshistorie prüfen, insbesondere die 15‑monatige Historie, die mehrere Transfers in Richtung Binance aufweist. In Hongkong äußerte die Securities and Futures Commission ihre Besorgnis über die „potenzielle Nutzung legitimer Unternehmensstrukturen für betrügerische Zwecke“ und erwägt strengere Offenlegungspflichten für Multisig‑Entitäten. Gleichzeitig betonte ein Sprecher von Binance, dass das Unternehmen keine direkte Verbindung zu dem besagten Wallet habe, jedoch jede verdächtige Aktivität gemäß den internen AML‑Richtlinien melde.

Ausblick

Die vorliegenden Daten legen nahe, dass der Betrüger bewusst eine institutionelle Maske aufsetzt, um das Vertrauen potenzieller Opfer zu erhöhen. Experten prognostizieren, dass regulatorische Inkraftsetzungen in den nächsten Quartalen verstärkt werden, um die Transparenz von Multisig‑Konstruktionen zu erhöhen. Sollte sich die Verbindung zu Binance bestätigen, könnte dies weitreichende Implikationen für die Compliance‑Strategien großer Kryptobörsen nach sich ziehen.

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