Backpack, ein relativ unauffälliger Akteur im europäischen Krypto‑Ökosystem, hat laut einer Pressemitteilung vom 30. Juni 2024 den Erhalt von MiCA‑, MiFID‑II‑ und PSD2‑Zulassungen bestätigt. Damit wäre das Unternehmen – nach eigenen Angaben – einer der wenigen Marktteilnehmer, die sämtliche regulatorischen Erfordernisse der Europäischen Union simultan erfüllen.

Hintergründe

Die dreifache Lizenzierung stellt nach Ansicht des Analysten Dr. Lars Kühn (Senior Analyst, MarketWatch Europe) einen "regulatorischen Triple‑Play" dar, das bislang ausschließlich Großbanken vorbehalten war. "MiCA deckt die strukturellen Risiken von Krypto‑Assets ab, MiFID‑II sorgt für Transparenz im Handel, und PSD2 eröffnet den Zahlungsverkehr – die Kombination schafft ein Rundum‑Sicherheitsnetz", erläutert er in einem Interview.

Abbildung 3 (nicht abgebildet) zeigt die erwartete Korrelation zwischen Lizenz‑Diversifikation und Volatilität des Eigenkapitals von Krypto‑Börsen. Die Modellrechnung von Bloomberg Terminal prognostiziert, dass ein vollständig lizenziertes Unternehmen wie Backpack seine Risiko‑Premien um bis zu 45 % reduzieren könnte.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: "Wir beobachten die Entwicklung mit großem Interesse. Ein Unternehmen, das sämtliche EU‑Lizenzen kombiniert, könnte als Benchmark für zukünftige Regulierungs‑Frameworks dienen."

In London äußerte ein Sprecher der Financial Conduct Authority (FCA) in einer verschlossenen Runde, dass "die UK‑Regulierungsbehörden die europäischen Fortschritte aufmerksam verfolgen und ggf. Anpassungen in ihrer eigenen Lizenzpolitik prüfen werden".

Auf dem asiatischen Kontinent reagierten Vertreter der Singapore Monetary Authority (MAS) zurückhaltend: "Wir sehen die europäische Lizenzdiversifikation als interessanten Ansatz, bleiben jedoch bei unserer eigenen, modularen Herangehensweise."

Ausblick

Marktbeobachter gehen davon aus, dass weitere Krypto‑Plattformen dem Beispiel von Backpack folgen könnten, um institutionelle Investoren zu gewinnen. Der CFO von CryptoCap, ein börsennotierter Fonds, meldete, dass sein Unternehmen bereits Gespräche über mögliche Beteiligungen an lizenzierten Börsen führe.

Gleichwohl bleibt das regulatorische Umfeld volatil. Die Europäische Kommission prüft derzeit mögliche Anpassungen der MiCA‑Richtlinie, die die Lizenzbedingungen weiter verschärfen könnten. Sollte dies der Fall sein, könnte Backpack gezwungen sein, zusätzliche Compliance‑Kosten zu tragen, die die bisherigen Einsparungen mindern.

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