In einer überraschenden Ankündigung hat die Australian Securities and Investments Commission (ASIC) die sogenannte No‑Action‑Periode für digitale Asset‑Dienstleister um drei weitere Monate ausgedehnt. Die Entscheidung, die bis zum 30. September wirksam bleibt, soll Unternehmen den administrativen Übergang in das neu etablierte Lizenzsystem erleichtern.
Hintergründe
Der australische Kryptomarkt, der im letzten Jahr ein Volumenwachstum von über 150 % verzeichnete, befindet sich seit dem Inkrafttreten des Digital Assets Regulation Act (DARA) in einer Phase intensiver Anpassungsprozesse. Ab dem 1. Juli soll jeder Krypto‑Dienstleister künftig eine proprietäre Lizenz beantragen, vorausgesetzt, er erfüllt strenge AML/KYC‑Standards und demonstriert ausreichende Kapitalreserven.
„Wir beobachten ein erhöhtes Bedürfnis nach regulatorischer Klarheit“, erklärte ein Sprecher von ASIC, der anonym bleiben wollte. „Die Verlängerung der No‑Action‑Periode gibt den Marktteilnehmern das notwendige Zeitfenster, um strukturelle Compliance‑Frameworks zu implementieren.“ (Abbildung 3 zeigt die erwartete Lizenzierungsrate bis Q4 2024.)
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein leitender Analyst von Goldman Sachs, der ebenfalls anonym blieb, verwies auf die potenziellen Auswirkungen auf das globale Kapitalfluss‑Diagramm: „Australien positioniert sich damit als de‑facto Safe‑Harbor für Krypto‑Investoren, was zu einer Neubewertung von Risikoprämien führen könnte.“
Ein Mitarbeiter des australischen Finanzministeriums bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Verlängerung Teil einer Koordinationsstrategie mit dem Treasury sei, um mögliche Marktstörungen zu vermeiden.
International äußerten sich die europäischen Aufsichtsbehörden skeptisch. Die britische FCA meldete, dass sie die australische Vorgehensweise „interessant, aber potenziell divergent von den EU‑Regeln“ finde und rief zu einem bilateralen Dialog auf.
Ausblick
Die marktweite Erwartung richtet sich nun auf die Phase nach dem 30. September. Experten prognostizieren, dass die ersten Lizenzvergaben im frühen Oktober beginnen werden, wobei ein signifikanter Anstieg der institutionellen Beteiligung erwartet wird. Sollte ASIC die Lizenzvergabe effizient gestalten, könnte Australien bis 2025 zu den Top‑Drei‑Märkten für regulierte Krypto‑Dienstleistungen aufschließen.
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