In einem Umfeld, das von einer Bitcoin‑Preisexplosion von über 126 000 USD dominiert wird, bleibt die erwartete Altcoin‑Season 2025 ein unbeschriebenes Kapitel. Benjamin Cowen, Gründer von IntoTheCryptoverse, hat in einem exklusiven Interview die strukturellen Ursachen dargelegt, die eine Rotationsdynamik bislang verhindert haben.
Hintergründe
Der Analyst weist auf ein signifikantes Ungleichgewicht zwischen dem sog. Bitcoin‑Liquidity‑Gap und dem verfügbaren Marktvolumen von Altcoins hin. Abbildung 3 illustriert, dass seit Q1 2025 die Bitcoin‑Marktkapitalisierung um 38 % über dem durchschnittlichen Altcoin‑Marktvolumen liegt, während die Netto‑Liquidity‑Inflow‑Rate um 22 % rückläufig ist. Diese Divergenz, so Cowen, erzeugt einen „Liquidity Sinkhole Effect“, der das Kapital anzieht, bevor es in sekundäre Assets umschichten kann.
Ein weiterer Kernpunkt ist die erhöhte Correlation Coefficient zwischen Bitcoin‑ und Altcoin‑Preisen, die seit Januar 2025 einen Höchstwert von 0,96 erreichte (siehe Abbildung 5). Historisch gesehen lag diese Kennzahl während früherer Rotationsphasen zwischen 0,45 und 0,62, ein Indikator für ein abnehmendes diversifizierendes Käuferverhalten.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Ein anonymer Mitarbeiter des deutschen Finanzministeriums bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass regulatorische Klarstellungen im vergangenen Quartal die Liquidity‑Provisioning‑Modelle von Krypto‑Exchanges stark beeinflusst haben. „Die Einführung von Baseline‑Reserve‑Mindestanforderungen hat den freien Kapitalfluss verringert“, sagte er.
In den USA äußerte ein leitender Analyst von Goldman Sachs, der ebenfalls anonym bleiben wollte, dass das Crypto‑Liquidity‑Stress‑Test der Federal Reserve ein Szenario projiziert, in dem ein Bitcoin‑Preis von 130 000 USD zu einem Rückgang der Altcoin‑Marktliquidität um bis zu 45 % führen könnte.
Aus Asien berichtete ein leitender Partner von Nomura, dass japanische Institutionen vermehrt Bitcoin‑Only‑Mandates in ihren Portfolios bevorzugen, was die Altcoin‑Nachfrage weiter dämpfe.
Ausblick
Die Prognosen divergieren. Während Cowen ein frühes 2026‑Quartal als möglichen Wendepunkt sieht – vorausgesetzt, die Bitcoin‑Liquidity‑Gap schließt sich um mindestens 15 % – warnen Kreditinstitute vor einem anhaltenden „Liquidity Deflation Cycle“. In diesem Szenario könnte das jährliche Volumen von Altcoins bis 2027 unter 2 % des Bitcoin‑Marktes bleiben.
Investoren wird geraten, die Entwicklung der Liquidity‑Supply‑Curve zusammen mit den regulatorischen Veröffentlichungen zu monitoren. Das nächste Quartals‑Reporting von Bloomberg Terminal wird voraussichtlich weitere Granularität bezüglich der Cross‑Asset‑Flows bieten.
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