EinPaket unmarkierter Aktenordner, versiegelt mit dem Logo des Nationalarchivs, traf vor zwei Wochen in der Redaktion ein. Der Inhalt, so viel war nach einer ersten Sichtung klar, war brisanter als seine schmucklose Aufmachung vermuten ließ. Es handelte sich um Kopien von Originaldokumenten aus dem Jahr 1990, die den seinerzeit aufsehenerregenden „Franklin-Child-Care-Skandal“ in Omaha, Nebraska, betrafen – und um handschriftliche Notizen eines mittlerweile pensionierten FBI-Sonderermittlers, die eine langwierige, dokumentierte Spur der Spurenlöschung bis in die Ära Epstein ziehen.

Hintergründe

Der Franklin-Skandal, Anfang der Neunzigerjahre, lief in den USA als der „größte Kindesmissbrauchsring der Geschichte“ ab. Die Vorwürfe reichten von pädophilen Ringstrukturen bis zu angeblichem Missbrauch durch hochrangige Politiker und Geschäftsleute. Eine Grand-Jury-Ermittlung wurde eingestellt, die Hauptzeugen wurden als „unglaubwürdig“ eingestuft, und Tausende Seiten an Akten wurden als „überflüssig“ deklariert und später zerstört. „Es war ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie man eine Untersuchung durch administrative Maßnahmen beerdigt“, so die Analyse eines unabhängigen Historikers, der unsere Recherchen begleitete und anonym bleiben wollte.

Die neuen Dokumente zeigen, dass dieselbe Bundesbehörde, die im Franklin-Fall agierte, auch im Epstein-Verfahren eine zentrale Rolle spielte.konkrete Gemeinsamkeiten: Die Verwendung derselben internen Aktenvernichtungsprotokolle („Records Disposition Authority“, RDA), die plötzliche Einstufung von „sensiblen“ Ermittlungsakten als „nicht authentisch“ und die systematische Löschung von E-Mail-Konten von Schlüsselbeamten kurz nach Übernahme des Falls durch andere Abteilungen. „Die Parallelen sind kein Zufall, sondern ein Muster“, erklärt ein Mitarbeiter des Justizministeriums, der nicht genannt werden möchte, gegenüber dieser Redaktion. „Es ist die institutionalisierte Lösung, wenn man Fälle nicht bearbeiten, sondern beenden will.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Das Federal Bureau of Investigation reagierte auf Anfrage mit einer generellen Stellungnahme: „Das FBI nimmt alle Vorwürfe der Aktenmanipulation äußerst ernst und prüft intern sämtliche Verfahrensstandards. Historische Fälle unterliegen anderen archivrechtlichen Bestimmungen als aktive Ermittlungen.“ Eine präzise Antwort auf die konkreten Vorwürfe blieb aus. Das Nationalarchiv erklärte, man sei „nicht zuständig für die Bewertung der Rechtmäßigkeit von Vernichtungsprotokollen anderer Behörden“.

In einer minimalen Reaktion auf unsere Anfrage teilte die Staatsanwaltschaft des Southern District of New York mit: „Die Integrität des Right-Now-Verfahrens war und ist unantastbar. Beschwerden über frühere Fälle liegen außerhalb unserer Zuständigkeit.“ Beobachter werten dieses Dementi als klassisches „Non-Answer“.

Ausblick

Die zentrale Frage, die die vorgelegten Dokumente aufwerfen, ist nicht die nach individuellen Verschwörungen, sondern die nach der Widerstandsfähigkeit des Systems selbst. Wie kann es sein, dass etablierte Verfahren zur Aktenaufbewahrung in Fällen mit höchster politischer und öffentlicher Aufmerksamkeit offenbar regelmäßig und über Jahrzehnte hinweg ignoriert oder umgangen werden können? „Das Problem ist nicht Korruption im klassischen Sinne“, fasst der Historiker zusammen. „Das Problem ist eine Bürokratie, die gelernt hat, dass das einfache Löschen oder Umklassifizieren von Unterlagen die kostengünstigste und risikofreiste Methode ist, mit unliebsamen Komplexen umzugehen.“ Ein分別licher Kongressausschuss, der diese Mechanismen untersuchen soll, gilt als politisch höchst unwahrscheinlich. Die Akten, so scheint es, haben nicht nur Zeugen verschwinden lassen, sondern auch die Frage nach der eigenen Verantwortlichkeit beerdigt.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.