Der in Zürich ansässige Asset‑Manager 21shares hat heute seine Jahresziele für 2026 nach unten revidiert, obwohl die institutionelle Akzeptanz von Krypto‑Assets weiter zunimmt. Die Revision verdeutlicht, dass die zugrundeliegende Infrastruktur – insbesondere ETFs, Stablecoins und dezentrale Prognosemärkte – deutlich schneller reift als die Preisentwicklung der Kern‑Kryptowährungen.

Hintergruende

In einem internen Analysebericht, der der Redaktion vorliegt, führt 21shares aus, dass die Marktkapitalisierung von Bitcoin und Ethereum im vergangenen Quartal um lediglich 4 % gestiegen sei, während das Volumen von Krypto‑ETFs um 27 % und das von Stablecoins um 33 % zulegte. Abbildung 3 des Berichts illustriert die Divergenz zwischen Preis‑ und Infrastruktur‑Metriken. Ein leitender Analyst, der anonym bleiben wollte, betonte: „Wir beobachten eine strukturelle Diskrepanz. Die regulatorisch geprüften Produkte wachsen exponentiell, die Preis‑Signal‑Korrelation jedoch stagniert.“

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Mitarbeiter des deutschen Finanzministeriums, der ebenfalls anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Behörde die „Beschleunigung der Krypto‑Infrastruktur“ als potenzielles Stabilitätsinstrument prüfe. Gleichzeitig äußerten Vertreter der US‑Börsenaufsicht SEC, dass die steigende Anzahl von Krypto‑ETF‑Anträgen „die Marktliquidität erhöhen könnte, gleichzeitig aber neue Preis‑Volatilitätsmodelle erforderlich macht.“

Ein unabhängiger Krypto‑Marktforscher von „CryptoInsights“ warnte jedoch vor einem möglichen „Infrastructure‑Overhang“, bei dem zu viel Kapital in regulierte Produkte fließe, während die zugrundeliegenden Assets nicht die erwartete Preisappreciation erzielen. „Wir sehen hier ein klassisches Szenario von Over‑Capacity“, erklärte die Analystin.

Ausblick

Für das nächste Jahr prognostiziert 21shares ein moderates Wachstum der Krypto‑Marktkapitalisierung von 5 % bis 7 %, wobei die Haupttreiber weiterhin institutionelle ETFs und Stablecoins bleiben. Das Unternehmen plant, seine Modelle um „Infrastructure‑Adjusted Return Metrics“ (IARM) zu erweitern, um die Diskrepanz besser abzubilden. In einem internen Memo heißt es: „Wir erwarten, dass die Preis‑Dynamik erst im zweiten Halbjahr 2027 signifikant mit der Infrastruktur‑Entwicklung synchronisiert.“

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