WASHINGTON – In einem bemerkenswerten Vorstoß zur Legitimierung digitaler Währungen im täglichen Zahlungsverkehr hat die republikanische US-Senatorin Cynthia Lummis (Wyoming) einen Gesetzentwurf eingebracht, der eine de-minimis-Regel für Kryptotransaktionen etablieren würde. Danach könnten Amerikaner künftig Bitcoin und andere digitale Assets für alltägliche Käufe bis zu einer Obergrenze von 300 Dollar pro Transaktion nutzen, ohne dass kapitalertragssteuerpflichtige Ereignisse ausgelöst werden. Die jährliche Freigrenze soll bei 5.000 Dollar liegen.

Hintergründe

Der Vorschlag, der als Änderungsantrag zum „Regulatory Clarity for Digital Assets Act“ eingebracht wurde, zielt darauf ab, ein zentrales Hindernis für die Nutzung von Bitcoin als „Spending Currency“ zu beseitigen: die steuerliche Behandlung der Wertschwankung zwischen Anschaffung und Veräußerung. „Jeder Coffee-Shop-Besuch mit Bitcoin sollte nicht in einer komplexen Steuererklärung enden“, erklärte eine dem Capitol nahestehende Quelle, die anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. Die Initiative trifft auf ein komplexes regulatorisches Umfeld, in dem die IRS bereits 2021 Guidance veröffentlichte, die praktisch jede Kryptotransaktion als steuerpflichtiges Ereignis qualifiziert.

Finanzanalysten von institutionellen Custodians warnen jedoch vor den systemischen Folgen. „Eine solche Bagatellgrenze schafft einen massiven Anreiz zur Umgehung der Kapitalertragssteuer durch frequentierte Mikrotransaktionen“, so ein leitender Steuerberater einer Wall-Street-Kanzlei, der nicht namentlich genannt werden wollte. „Die Buchhaltungslast verlagert sich nur, und die Diskrepanz zwischen steuerfreiem Konsum und steuerpflichtiger Spekulation wird zu einem offenenregionalen Risiko. Abbildung 2 in unserem Modell zeigt einen potenziellen Anstieg der nicht deklarierten Transaktionsvolumina um bis zu 40% im Einzelhandel.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Kryptokreisen wird der Vorschlag als „lang erster Schritt“ begrüßt. „Endlich wird der Real-World-Use-Case ernst genommen“, twitterte ein prominenter Bitcoin-Ökonom. Gleichzeitig regt sich Kritik aus den Reihen der etablierten Finanzpolitik. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Finanzministeriums, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, bezweifelte die „praktische Umsetzbarkeit“: „Wie will man die 300-Dollar-Grenze pro Transaktion technologisch durchsetzen, wenn ein Nutzer dasselbe Wallet für persönliche und geschäftliche Zwecke nutzt? Das öffnet Tür und Tor für Missbrauch.“

International wird die Entwicklung mit Argusaugen verfolgt. Die Europäische Zentralbank, so eine vertrauliche Einschätzung eines Diplomaten in Brüssel, sehe den Vorstoß als „potenziellen Compliance-Riss im transatlantischen Finanzsystem“. Insbesondere deutschsprachige Finanzaufsichten, die traditionell hohe Steuercompliance fordern, befürchten einen „Regulierungswettlauf nach unten“.

Ausblick

Der Gesetzentwurf hat imSenat zunächst wenig Chancen auf schnelle Verabschiedung, doch er setzt einen bedeutenden narratives Marker. Beobachter erwarten, dass die Debatte die bevorstehenden Anhörungen zur digitalen Dollars und die Verabschiedung der MiCA-Verordnung in der EU beeinflussen wird. „Der Markt wird diesen rhetorischen Shift bereits einpreisen“, konstatiert ein Fondsmanager für digitale Assets, der für einen europäischen Family Office tätig ist. „Langfristig könnte dieser Vorschlag die Blaupause für eine globale de-minimis-Regel sein – oder für eine globale Steuerharmonisierung, die genau das verhindert.“ Die Bilanzierungsexperten hingegen beginnen bereits, Software-Updates für die Cost-Basis-Berechnung zu entwerfen – für einen Fall, der aktuell noch rein hypothetisch erscheint.

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