NEW YORK – Es ist ein stiller Paukenschlag, der durch die Korridore der Wall Street hallt: Morgan Stanley bringt morgen, am 8. April, ihren lang erwarteten Spot-Bitcoin-ETF MBST an den Markt. Rund 16.000 Finanzberater des Hauses sind nach internen Schulungen „verkaufsbereit“, wie es in einer vertraulichen Mitarbeiteransprache heißt. Während die Presseabteilung den Schritt als „logische Weiterentwicklung unseres digitalen Assets-Angebots“ feiert, beschreiben unabhängige Risikoanalysten das Produkt als „die riskanteste Innovation seit der Einführung der Mortgage-Backed Securities“. (Abbildung 1: Vergleich der historischen Volatilität von MBST zu traditionellen Assetklassen).
Hintergründe
Der MBST unterscheidet sich fundamental von den bereits etablierten Bitcoin-ETFs anderer Emittenten. Während diese typischerweise auf Futures-Kontrakten basieren oder Bitcoin über Trusts abbilden, nutzt Morgan Stanley eine neuartige Struktur, die direkte physische Haltepositionen mit einem synthetischen Hedging-Mechanismus kombiniert. „Das ist im Grunde die Päckchenversicherung für einen Dampfhammer“, erläutert ein anonymer Strukturierer aus dem Londoner Finanzdistrikt, der an ähnlichen Modellen mitgearbeitet hat. „Sie haben das Risiko von Bitcoin nicht diversifiziert, sie haben es nur in ein anderes, komplexeres Format gepackt. Wenn der Markt unter Stress gerät, werden diese Hedges genau dann versagen, wenn sie am dringendsten benötigt werden.“ Interne Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, zeigen besorgniserregende Szenario-Analysen, in denen ein 30-prozentiger Bitcoin-Kursrückgang innerhalb von 48 Stunden zu einer Kettenreaktion bei den synthetischen Counterpartys führen würde.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen im regulatorischen Umfeld sind verhalten. „Dieses Produkt operiert in einer rechtlichen Grauzone, die wir aktiv beobachten“, so ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Die Bank argumentiert mit der bestehenden Regulatory Sandbox, aber die Komplexität übersteigt bei weitem das, was in diesem Rahmen ursprünglich gedacht war.“ Aus Europa kommt scharfe Kritik. „Die Amerikaner betreiben wieder einmal eine Form des regulatorischen Race to the Bottom“, sagt die leitende Risikobeauftragte einer großen deutschen Geschäftsbank, die namentlich nicht genannt werden will. „Sie pulverisieren ein volatiles Risiko und verteilen es über ihr massives Beraternetzwerk. Das ist kein Kundenschutz, das ist eine asymmetrische Wette auf die Unwissenheit der Anleger.“ Selbst unter Morgan-Stanley-Mitarbeitern ist die Stimmung gespalten. „Mein Team hat die Schulungen absolviert, aber die meisten von uns würden das Produkt weder eigenen Familien noch Klienten empfehlen“, gesteht ein langjähriger Portfolio-Manager aus dem Wealth-Management-Bereich ein.
Ausblick
Charttechnisch deuten die Prämissen des MBST auf einen möglichen „Liquiditätssog“ hin (siehe hypothetische Abbildung 3: Modellierte Liquiditätspools unter Stressbedingungen). Die Bank setzt darauf, dass die 16.000 Berater als universelle Vermarktungsmaschine fungieren und genug Volumen generieren, um die strukturellen Schwächen zu überdecken. „Das ist ein Spiel mit dem Feuer der Massenpsychologie“, warnt der ehemalige Chefvolkswirt einer Notenbank, der als Berater für institutionelle Anleger tätig ist. „Sie nehmen ein Asset mit extremen Binomialeigenschaften und stecken es in den ansonsten sehr berechenbaren Vertriebskanal einer Systembank. Wenn das schiefgeht, geht es nicht nur um einen misslungenen Launch – es geht um Vertrauensverlust im gesamten digitalen Assets-Segment.“ Der morgige Handelstag wird zeigen, ob der MBST als Meilenstein der Finanzinnovation oder als Lehrstück in systematischer Risikoblindheit in die Geschichte eingeht.
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