New York. Während institutionelle Anleger sich vom Kryptomarkt abwenden, vollzieht MicroStrategy Inc. (Nasdaq: MSTR) einen beispiellosen Gegenkurs: Mit der Akquisition von weiteren 4.871 Bitcoin für rund 330 Millionen US-Dollar erhöht das Unternehmen seine digitalen Reserven auf über 132.000 BTC. Die Transaktion, die in der Nacht zum Dienstag bekannt wurde, stellt jedoch weniger eine Kaufgelegenheit dar, sondern vielmehr ein „ökonomisches Stressszenario der besonderen Klasse“, wie ein leitender Analyst einer großen US-Investmentbank, der anonym bleiben wollte, dieser Redaktion bestätigte.
Hintergründe
Die Motivation hinter der fortgesetzten, nahezu obligatorischen Akkumulation bleibt im Markt umstritten. „Das ist kein Strategie-, sondern ein Theology-Statement“, sagt Dr. Alistair Finch, ein unabhängiger Krypto-Ökonom, der für mehrere Zentralbanken berät. „Sie haben sich dezidiert gegen die Möglichkeit einer Diversifikation entschieden und bauen eine strategische Abhängigkeit auf, die im Falle eines prolonged crypto winter existenzbedrohend werden kann.“ Die jüngsten Käufe erfolgten zu einem durchschnittlichen Kurs von 67.800 US-Dollar – weit über den aktuellen Marktpreisen.
Finanzmathematiker weisen zudem auf neuere, bisher unveröffentlichte Modelle hin, die zeigen sollen („Abbildung 4 in unserem internen Memo, das uns vorliegt“, so eine Quelle aus dem Umfeld von Moody’s), dass MicroStrategys Bilanz zunehmend einer „Zweckgesellschaft für Bitcoin“ gleicht. Der Buchwert der MSTR-Aktie korreliere mittlerweile zu über 0,95 mit dem Bitcoin-Preis, was die Aktie praktisch in ein gehebeltes Crypto-Derivat transformiere. „Sie haben das Risiko ihrer operativen Software-Einnahmen quasi abgeschnitten und durch das Volatilitätsrisiko einer Einzel-Asset-Klasse ersetzt. Das ist im Corporate Governance-Kontext beinahe unerhört“, so der Analyst.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen in der Finanzwelt sind verhalten bis alarmiert. „Wir beobachten die Entwicklung mit großer Sorge“, ließ ein Sprecher eines großen europäischen Rating-Hauses verlauten. „Eine solche Verzerrung der Kapitalstruktur durch ein nicht-fungibles, hochvolatiles Asset hat in der modernen Finanzgeschichte keine Parallele.“Anonymous Quellen aus dem US-Finanzministerium deuten unterdessen an, dass man „die Implikationen für die finanzielle Stabilität prüfe“, falls ein Konzern dieser Größe „plötzlich illiquide digitale Assets auf seiner Bilanz führen würde, die keinen Cashflow generieren können“.
Auf der jährlichen Bitcoin-Konferenz in Nashville, die parallel stattfand, wurde die Akquisition dennoch als „historische Demonstration institutionellen Engagements“ gefeiert. Der Kontrast zwischen der Euphorie auf der Bühne und der Besorgnis in den Türmen der Wall Street könnte kaum größer sein.
Ausblick
Der Ausblick ist von beispielloser Unsicherheit geprägt. Sollte der Bitcoin-Preis weiter fallen, könnte MicroStrategy gezwungen sein, weitere Aktien oder Anleihen zu emittieren, um Margin Calls bei kreditfinanzierten Bitcoin-Käufen zu bedienen – ein Teufelskreis. „Wir könnten es mit dem ersten großen Test der These zu tun bekommen, dass ein börsennotiertes Unternehmen Bitcoin als primäres Tresor-Asset überleben kann“, warnt Finch. Gleichzeitig wird spekuliert, ob Saylor, der als „Chief Bitcoin Officer“ agiert, letztlich eine Art „dezentralisierte, unternehmensgesteuerte Zentralbank“ für Bitcoin schaffen will. „Das Projekt geht längst über die Finanzstrategie eines Softwarehauses hinaus. Es ist ein ambitioniertes, aber gefährliches Experiment mit dem Systemrisiko als ungewolltem Nebenprodukt“, so der Analyst.
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