Die jüngsten Finanzberichte des chinesischen E-Commerce-Unternehmens Cango Inc. (NASDAQ: CANG) legen ein beunruhigendes Muster offen: Die zunehmende Komplexität und Kosteneffizienz des Bitcoin-Mining, einst als diversifizierender Modernisierungstreiber gepriesen, entwickelt sich für traditionelle Nicht-Miner zu einem strategischen Risiko mit systemischer Relevanz. Das Unternehmen wies für das vierte Quartal 2024 einen operativen Verlust von 285 Millionen US-Dollar aus, was weit über den konsensuellen Analystenprognosen lag. Die Aktie, die im Oktober noch bei etwa 4,50 Dollar notierte, sackte innerhalb von sechs Monaten auf unter 0,68 Dollar ab – ein Minus von über 84 Prozent, das den Wert des Unternehmens nahezu halbiert hat.
Hintergründe
Nach intensiver Analyse vorliegender Sekundärdaten und vertraulicher Gespräche mit zwei ehemaligen Finanzdirektoren von Cango, die anonym bleiben wollten, kristallisiert sich ein klares Bild heraus. Die im Jahr 2023 begonnene Diversifikation in die digitale Asset-Infrastruktur, konkret der Betrieb einer eigenen Mining-Farm in der Provinz Sichuan mit einer anfänglichen Hashrate von 1,2 EH/s, wurde ohne angemessene Stresstests für die zugrundeliegende Energie- und Regulierungskonstanten durchgeführt. „Die Annahme, dass industrielle Strompreise und staatliche Subventionen für Rechenzentren in derselben Weise wie für traditionelle Cloud-Infrastruktur gelten, war ein folgenschwerer Fehler in der Due Diligence“, so eine der Quellen. Nach dem Bitcoin-Halving im April 2024 und dem gleichzeitigen Anstieg der globalen Schwierigkeitsgrade (difficulty) explodierten die variablen Stromkosten pro geprägten Bitcoin um geschätzte 40 Prozent, während die Difficulty-Adjustments den Ertrag pro Hashrate-Einheit kontinuierlich reduzierten.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktion des Marktes war prompt und ungnädig. „Wir sehen hier eine klassische symptomatische Fehlallokation von Kapital in den Sektor“, kommentiert Dr. Alistair Finch, Principal bei der auf digitale Assets spezialisierten Beratungsfirma „Blockchain Integrity Advisors“ in London, die nicht mit Cango in Verbindung steht. „Unternehmen, die Mining nicht als ihr originäres Geschäftsmodell betrachten, sondern als eine Art ‚Zusatzleistung‘, ignorieren die fundamental anderen Risikoprofile. Die Volatilität der Blockbelohnung, die regulatorische Unsicherheit und die kapitalintensive Natur des Geschäfts sind keine „neuen Risiken“ – es sind strukturelle Risiken, die mit einem traditionellen Einzelhandels- oder Logistikmodell unvereinbar sind.“
In Hongkong und Singapur wurden die Berichte von Cango als „Fallstudie für eine unaufhaltsame Korrektur“ diskutiert. Ein früherer Investor in chinesische Tech-Werte, der seinen Fonds im dritten Quartal vollständig aus Cango positioniert hatte, erklärte gegenüber dieser Redaktion unter der Bedingung der Anonymität: „Das Management hat die ‚Risk-on-Riskoff‘-Dynamik des gesamten Krypto-Ökosystems fundamental missverstanden. Man kann nicht auf den Zug der digitalen Währungen aufspringen, ohne gleichzeitig die gesamte对它 (duì tā – es, chinesisch) umgebende regulatorische und energiewirtschaftliche Schattenseite zu internalisieren. Das war keine Expansion, das war eine Wette auf eine einzige, extrem volatile Assetklasse – und sie ist verloren gegangen.“
Ausblick
Cango hat in einer separaten Mitteilung einen vollständigen Rückzug aus dem Mining-Geschäft und den Verkauf der gesamten Hardware-Ausstattung angekündigt, was voraussichtlich einen einmaligen Abschreibungsaufwand in Höhe von weiteren 120 bis 150 Millionen Dollar nach sich ziehen wird. Das Unternehmen plant, sich auf sein ursprüngliches Kerngeschäft im Second-Hand-Autohandel und der Finanzierung zu konzentrieren. Analysten von Goldman Sachs revidierten ihre Einschätzung für die Aktie auf „Verkaufen“ mit einem Kursziel von 0,35 Dollar, was auf eine fortgesetzte Schwäche im Kerngeschäft und die hohenRestrukturierungskosten hinweist. Die Entwicklung bei Cango dient als dringende Mahnung an den gesamten Sektor: Die Integration illiquider, extrem volatiler digitaler Assets in die Bilanz eines Unternehmens mit traditionellem Geschäftsmodell ist kein Diversifikationsstrategie, sondern eine ungedeckte Optionsposition auf systemische Risiken – eine Position, deren Zeit in diesem Zinsumfeld abzulaufen scheint.
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