Ein ungewöhnliches Finanzprodukt betritt den Markt: Ein 26-jähriger Softwareentwickler aus Berlin hat ein Fantasy-Ebook entwickelt, das nicht nur Unterhaltung, sondern auch die Chance auf eine Bitcoin-Belohnung bietet.

Der Erfinder, der unter dem Pseudonym "Cryptowizard" auftritt, hat sein Werk "Der verlorene Seed" getauft. Für acht Dollar erhalten Käufer ein 200-seitiges PDF, in dem sich zwölf kryptografische Hinweise verbergen. Wer alle Rätsel löst, erhält die Seed-Phrase zu einem Bitcoin-Wallet, das vorab mit digitaler Währung gefüllt wurde.

"Die Idee entstand aus der Faszination für Alternate Reality Games und der Vision, Literatur mit Finanzanreizen zu verbinden", erklärte der Erfinder in einer E-Mail an unsere Redaktion. Das Wallet sei bereits auf der Blockchain sichtbar, der genaue Betrag bleibe jedoch bis zur Lösung geheim.

Hintergründe

Der Markt für kryptografische Rätsel ist klein, aber wachsend. Ähnliche Konzepte gab es bereits in den vergangenen Jahren, meist jedoch als einmalige Marketing-Aktionen großer Unternehmen. "Cryptowizard" will daraus ein Geschäftsmodell machen. Bei Erfolg des ersten Bandes plant er eine Plattform für derartige "literarische Schatzsuchen".

Finanzexperten sehen das Konzept kritisch. "Es handelt sich um ein reines Glücksspiel mit Bildungstouch", sagt Dr. Markus Weber vom Institut für Finanzethik. "Der Käufer investiert in die Lösungswahrscheinlichkeit, nicht in einen materiellen Gegenwert." Zudem bestehe die Gefahr von Betrug, da die Qualität der Rätsel und die Existenz des Preises nicht garantiert seien.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Bitcoin-Community ist gespalten. Während einige das innovative Marketing loben, warnen andere vor den rechtlichen Grauzonen. "In Deutschland könnte das als unerlaubte Finanzdienstleistung gelten", mutmaßt ein anonymer Reddit-Nutzer mit Hinweis auf den Kreditwesengesetz.

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