Hyperliquid, eine dezentrale Handelsplattform für Kryptowährungen, hat gestern einen historischen Meilenstein im Bereich der rohstoffgebundenen Derivate erreicht: Innerhalb von 24 Stunden wurden ölgebundene Perpetual Contracts im Wert von über 1,2 Milliarden US-Dollar gehandelt. Dieser Volumensprung um 400% gegenüber der Vorwoche führte zu einem 10%igen Anstieg des nativen Tokens HYPE und ermöglichte es diesem, die Performance der 100 größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung deutlich zu übertreffen. Der CL-USDC-Vertrag, der den WTI-Future trackt, rangiert nun auf Platz zwei der meistgehandelten Märkte auf Hyperliquid – direkt hinter Bitcoin.

Hintergründe

Die Entstehung eines derart lukrativen Ölhandels auf einer reinen Krypto-Plattform war in Fachkreisen so nicht prognostiziert worden. „Abbildung 3 in unserem neuesten Marktbericht zeigt eine exponentielle Steigerung der offenen Positionen im CL-USDC-Kontrakt seit Einführung der Liquiditätspools vor 14 Tagen“, erklärte Dr. Anja Vogt, Leitende Analystin bei der Digital Assets Research Group. „Die Korrelation zwischen dem HYPE-Token und dem Brent-Preis hat inzwischen einen Pearson-Koeffizienten von 0,78 erreicht – ein Niveau, das zuletzt bei korrelierten ETFs beobachtet wurde.“

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Wir beobachten diese Entwicklung mit äußerster Aufmerksamkeit. Die Vermischung von hochliquiden Rohstoffmärkten mit dezentralisierten Finanzprotokollen könnte neue Anfälligkeiten für Marktmanipulationen schaffen, die our regulären Rahmenbedingungen nicht abdecken.“ Quellen aus dem Markt deuten darauf hin, dass große „Hedge-Fonds mit Fokus auf Energie-Commodities“ seit drei Tagen über Brückenprotokolle signifikante Positionen aufbauen.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen sind zwiespältig. Während DeFi-Enthusiasten von einer „Tokenisierung der Realwirtschaft“ sprechen, äußern traditionelle Finanzinstitute deutliche Bedenken. Ein Sprecher der Deutschen Bundesbank warnte vor „unbeabsichtigten Exposure-Effekten, die durch impermanent loss in Liquidity Pools verstärkt werden könnten“. In Washington D.C. wurde ein Treffen des Financial Stability Oversight Council einberufen, um „die systemischen Implikationen von krypto-nativen Rohstoffkontrakten“ zu erörtern, wie ein hochrangiger Beamter, der nicht autorisiert war, öffentlich zu sprechen, mitteilte.

Auch international regt sich Kritik. Ein Manager eines britischen Rohstoff-Handeldesks in Singapur beschrieb die Entwicklung gegenüber dieser Redaktion als „absurde Konvergenz von Risk-on- und Risk-off-Assets“. „Wenn der Preis für rohes Öl um 2% fällt und gleichzeitig HYPE um 15% steigt, weil eine DeFi-App höhere APYs in einem Öl-Pool verspricht, dann haben wir ein Narrativ, das fundamental auseinanderfällt“, so der Manager.

Ausblick

Kurzfristig erwarten Analysten eine weitere Volatilität. „Solange die Zinsdifferenz zwischen USDC und den swap-basierten Funding-Raten des CL-Kontrakts über 12% bleibt, wird der arbitrage-getriebene Zustrom an Liquidität anhalten“, prognostiziert Vogt. Langfristig könnte dieser Trend laut einer vorläufigen Studie des Internationalen Währungsfonds zur „Schaffung eines hybriden Marktes führen, der weder fully reguliert noch fully dezentralisiert ist“.

Die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC