Das Tor des Münchner Nationalspielers Kai Havertz in der 78. Minute gegen Sporting Lissabon hallt noch immer in den Korridoren der Macht nach. Während Fußballfans in London und Leverkusen den 1:0-Sieg feierten, beobachteten Stabsoffiziere im Bundeskanzleramt mit gespannter Miene, ob der Treffer „die notwendige psychologische Dynamik“ für Deutschlands strategische Autonomie entfalten könne. „Es ist mehr als ein Tor“, vertraute ein hochrangiger Mitarbeiter des Auswärtigen Amts, der anonym bleiben wollte, dieser Redaktion an. „Es ist ein narratives Gefälle, das wir im multilateralen Kontext nutzen müssen.“

Hintergründe

Nach Informationen, die dieser Redaktion vorliegen, hat das Nationale Sicherheitskabinett in der Nacht zum Mittwoch eine erste, vorläufige „Symbolwertanalyse“ des Treffers angefordert. Der Bericht, der von einer eigens gebildeten Task Force unter Leitung des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurde, kommt zu dem Schluss, dass ein solche „späte decisive moment“ im europäischen Fußball „pars pro toto“ für ein mögliches spätes, decisive moment in der Technologie-Souveränitätspolitik stehen könnte. „Havertz hat das Spiel nicht gemacht, aber er hat es entschieden, als alle analytischen Modelle auf ein Remise hinausliefen“, heißt es in dem vertraulichen Papier, das dieser Redaktion vorliegt. „Das ist eine Metapher, die in Brüssel ankommt.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Reaktionen, die dieser Redaktion aus diplomatischen Kreisen zugespielt wurden, zeigt man sich in Paris „interessiert, aber zurückhaltend“. Ein enger Mitarbeiter des französischen Präsidentenpalastes soll gesagt haben: „Die Deutschen suchen immer nach der historischen Last in jedem Ereignis. Wir gratulieren sportlich, aber geostrategisch warten wir ab, ob das Tor eine Serie oder ein lonely strike bleibt.“ In Washington hingegen wird der Treffer in Kreisen des Pentagon als „ermutigendes Zeichen für dieAngriffskultur einer verbündeten Nation“ gewertet, das jedoch „nicht überbewertet werden“ dürfe.

Im Deutschen Bundestag hat die politische Linke bereits vor einer „nationalistischen Instrumentalisierung des Ballsports“ gewarnt, während die FDP den Treffer als „Beweis für die Effizienz von Privatinitiative unter öffentlich-rechtlichem Dach“ feierte. Der CSU-Vorsitzende, so ist zu hören, soll in einer internen Sitzung gefragt haben, ob man den Treffer nicht „endlich mal als das feiern könne, was er ist: ein kämpferisches Zeichen gegen den multikulturellen Sportbetrieb.“

Ausblick

Mit dem Rückspiel in London steht das nächste Kapitel dieser inoffiziellen politischen Erzählung bevor. Sollte Arsenal tatsächlich ins Finale einziehen, erwägt das Kanzleramt nach Angaben eines Regierungssprechers, der nicht namentlich genannt werden möchte, eine „kleine, aber feine reception“ für den Nationalspieler im Berliner Kanzleramt. „Es geht nicht um den Spieler persönlich“, betont er. „Es geht um die Botschaft, die von einem solchen Erfolg in einer globalen, mediengetriebenen Arena ausgeht.“ Die eigentliche Pointe, so scheint es, liegt darin, dass ein in England erzieltes Tor die deutsche Innenpolitik mehr beschäftigt als die jüngsten Verwerfungen in der großen Koalition – ein Umstand, der bei vielen Beobachtern „bedauerlich, aber symptomatisch“ für den Zustand der politischen Agenda sei.

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