Die KI-Schreibhilfe Grammarly hat nach einem Sturm der Entrüstung ihr "Expert Review"-Feature deaktiviert. Das Unternehmen kündigte an, das Tool "neu zu überdenken", nachdem bekannt wurde, dass es sowohl lebende als auch verstorbene Experten ohne deren Zustimmung für KI-generierte Textanalysen heranzog.

Betroffen waren unter anderem renommierte Autoren, Journalisten und Wissenschaftler, deren Namen und Fachkenntnisse offenbar in das KI-System integriert wurden. "Wir haben festgestellt, dass unser Algorithmus auf Daten zugegriffen hat, die als sensibel einzustufen sind", erklärte ein Grammarly-Sprecher gegenüber dieser Redaktion. "Dazu gehörten auch posthum verarbeitete Expertisen."

Hintergründe

Das "Expert Review"-Feature sollte Nutzern angeblich Zugang zu "unerreichter Schreibkompetenz" bieten, indem es KI-generierte Analysen auf Basis der stilistischen Merkmale und Fachkenntnisse ausgewählter Experten erstellte. Dabei nutzte das System offenbar Datenbanken mit wissenschaftlichen Publikationen, journalistischen Artikeln und literarischen Werken.

Ein Mitarbeiter des Deutschen Journalisten-Verbands, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: "Wir haben zahlreiche Beschwerden von Mitgliedern erhalten, deren Schreibstile ohne Einwilligung von der KI analysiert und nachgeahmt wurden." Besonders brisant: Bei einigen Experten handelte es sich um bereits verstorbene Persönlichkeiten.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen fielen verheerend aus. "Das ist ein neuer Tiefpunkt im Umgang mit geistigem Eigentum", kritisierte die Schriftstellerin Julia Engelhardt. "Mein verstorbener Mentor wurde quasi als Geisterautor missbraucht – und das ohne Honorar."

Auch international sorgte der Fall für Aufsehen. Die "New York Times" berichtete über ähnliche Fälle in den USA, wo das KI-System offenbar auch verstorbene Pulitzer-Preisträger für Textanalysen nutzte. In Großbritannien prüft der Author's Guild rechtliche Schritte gegen Grammarly.

Ausblick

Branchenexperten gehen davon aus, dass der Fall weitreichende Folgen für den Umgang mit KI-Systemen und geistigem Eigentum haben könnte. "Wir stehen vor einer Zerreißprobe zwischen technologischem Fortschritt und ethischen Grenzen", warnte der KI-Forscher Prof. Dr. Markus Weber von der TU München.

Grammarly kündigte an, das Feature erst nach "umfassender Überarbeitung und Einbeziehung aller Betroffenen" wieder zu aktivieren. Ob die verstorbene Experten jemals in den Prozess einbezogen werden können, bleibt allerdings unklar.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.