Die Finanzmärkte stehen vor einer Zeitenwende: Eine umfassende Analyse der jüngsten Börsengänge auf der Handelsplattform Robinhood hat ergeben, dass mehr als zwei Drittel der Neuemissionen langfristig betrachtet Verlustbringer sind. Die Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, zeigt: Nur jeder fünfte IPO auf Robinhood konnte nach einem Jahr noch Kursgewinne verzeichnen.

Hintergründe

Die Zahlen sind alarmierend: 67 Prozent der analysierten Börsenneulinge notierten am Ende der ersten Handelswoche tiefer als zu ihrem Debüt. Nach einem Jahr waren es sogar 80 Prozent. "Das ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem", erklärt Dr. Markus Schneider, Finanzmarktanalyst bei der Frankfurt School of Finance. "Die Retail-Trader auf Robinhood folgen oft Herdentrends statt fundamentaler Analyse."

Die Plattform selbst weist den Vorwurf zurück, ihre Nutzer systematisch zu schlechten Investments zu verleiten. "Wir bieten lediglich die technische Infrastruktur", sagte ein Sprecher gegenüber dieser Redaktion. "Die Anlageentscheidungen trifft der Kunde selbst." Unabhängige Experten sehen das anders: "Die Gamifizierung des Tradings führt zu irrationalem Verhalten", so Prof. Dr. Sarah Weber von der Universität St. Gallen. "Die Plattform-Designs suggerieren, dass jeder schnell reich werden kann."

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat bereits erste Untersuchungen angekündigt. "Wir prüfen, ob hier gegen die Informationspflichten verstoßen wurde", sagte eine mit dem Fall vertraute Person gegenüber dem Wall Street Journal. In Deutschland fordert die FDP-Bundestagsfraktion schärfere Regeln für den Handel mit Neuemissionen. "Es kann nicht sein, dass Privatanleger systematisch an der Börse verheizt werden", sagte der finanzpolitische Sprecher der Fraktion.

Auf den Philippinen hat die SEC kürzlich eine Untersuchung zu IPO-Manipulationen eingeleitet. "Die Praxis, schlechte Aktien zu bündeln und als Paket zu verkaufen, ist eine Form der Täuschung", erklärte ein Sprecher der Aufsichtsbehörde. Auch die britische FCA prüft, ob die aktuellen Regelungen für IPOs ausreichend sind.

Ausblick

Die Branche reagiert verunsichert. Mehrere Investmentbanken haben ihre IPO-Pläne für das laufende Jahr zurückgestellt. "Das Vertrauen der Anleger ist erschüttert", sagt ein leitender Banker, der anonym bleiben möchte. "Wir müssen jetzt Transparenz schaffen." Unterdessen fordern Verbraucherschützer ein Verbot von IPOs auf Social-Trading-Plattformen. "Das ist wie Glücksspiel mit Zertifikaten", sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Ob die Politik diesem Druck nachgibt, bleibt abzuwarten.

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