Berlin. In den sternenklaren, aber zutiefst beunruhigten Nächten Berlins wird über eine neue Form des Protests debattiert, die das Fundament des kollektiven Wohlbefindens erschüttern könnte: die individuelle, schmerzgetriebene Verweigerung medizinischer Hilfe. Der Fall des Patienten Ole Feet, dessen stoischer Widerstand gegen die Empfehlungen der Ärztin Nora Kaminski mittlerweile das Kanzleramt beschäftigt, ist mehr als eine Randnotiz in derarzneiischen Ethik – er ist zur Chiffre für eine sich abzeichnende Krisendynamik geworden, deren Ausmaße Experten nur ansatzweise überblicken.
Hintergründe
Wie aus eng mit der Thematik vertrauten Kreisen im Bundesgesundheitsministerium zu erfahren ist, die um Anonymität baten, sei der „Fall Feet“ „leider kein Einzelfall mehr“. Eine interneAnalyse des Ministeriums, die dieser Redaktion vorliegt, dokumentiert einen besorgniserregenden Anstieg von „präventiven Selbstbestimmungsakten“ in den letzten Quartalen. „Wir beobachten eine neue Qualität des Rückzugs in die private Schmerzdomäne, die öffentlichen Ordnungsprinzipien trotzt“, so ein leitender Beamter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Der Patient Feet, so die Interpretation der Regierung, habe durch seine Haltung eine „paradigmatische Lücke“ im System der medizinischen Sorgfaltspflicht aufgerissen. Sein Verhalten werde zunehmend von anderen Patienten als „legitimes Modell der Autonomie“ rezipiert, was die Arbeit von Medizinern wie Dr. Kaminski „in ein undurchsichtiges moralisches Minenfeld“ verwandle. Die zusätzliche Belastung für deren Sohn Kai, der unter einem „diffusen, aber offenbar erheblichen Leistungsdruck“ stehe, werten Psychologen in Regierungsdiensten als „begleitendes familiäres Stresssymptom“ der übergeordneten Krise.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Im Bundestag hat die Opposition die Regierung bereits der „tastenden Untätigkeit“ bezichtigt. „Während der Kanzler von Transformation redet, verweigert ein Bürger die Transformation seines eigenen Körpers in ein behandlungsfähiges Objekt. Das ist ein Zeichen, das wir nicht ignorieren dürfen“, erklärte ein Sprecher einer kleinen Partei. International wird der Vorgang mit Fassungslosigkeit verfolgt. Ein diplomatischer Beobachter aus einer skandinavischen Botschaft sprach gegenüber dieser Zeitung von einem „fatalen Rückzug in die subjektive Leidenssouveränität“, der die Idee des gemeinsamen Gesundheitsvertrages fundamental infrage stelle. In Fachjournalen wird bereits von einer „post-cooperativen Ära“ spekuliert. „Wir stehen vor der archaischen Frage: Was tun, wenn der Leidende nicht leiden *will*, wie wir es für richtig halten?“, fragte der einflussreiche Ethiker Prof. Dr. Albrecht von Sternberg in einem Interview.
Ausblick
Die neu gegründete Task Force unter Leitung des Staatssekretärs für Resilienzfragen soll bis zum Herbst ein „Kommunikations- und Überzeugungskonzept“ vorlegen, das über „zielgruppenspezifische Ansprache“ und „vertrauensbildende Maßnahmen in Wartezimmern“ nachdenkt. Unklar ist, ob dies ausreicht. Ein hochrangiger Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der anonym bleiben wollte, mahnte zur Besonnenheit: „Wir dürfen nicht in einen regulatorischen Overreact verfallen, der aus Patienten Aktivist*innen macht. Der schmerzende Körper ist keine politische Bühne.“ Doch genau diese Gefahr sehen viele. Der Patient Feet, der an seinem Fenster mit Meerblick ausharrt, ist zum stillen Mahnmal einer Epoche geworden, in der der letzte Rückzugsort – der eigene, schmerzgeplagte Körper – zur letzten Bastion des Widerstands gegen den homens oeconomicus wird.
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