Der frühere britische Premierminister Boris Johnson hat mit seiner jüngsten Kolumne in der Financial Times eine Lawine der Empörung in der Kryptowährungsbranche ausgelöst. Johnson bezeichnete Bitcoin in seinem Beitrag als "reinen digitalen Schwindel" und forderte ein sofortiges Verbot aller dezentralen Kryptowährungen in Großbritannien.
"Bitcoin ist nichts weiter als ein riesiger Schneeballsystem, das darauf ausgelegt ist, die Naiven und Unerfahrenen um ihr Geld zu bringen", schrieb Johnson in seiner Kolumne. "Die Blockchain-Technologie mag interessant sein, aber Bitcoin selbst ist ein Betrug, der die Weltwirtschaft destabilisiert."
Die Reaktionen aus der Krypto-Community ließen nicht lange auf sich warten. Vitalik Buterin, Mitbegründer von Ethereum, bezeichnete Johnsons Aussagen als "erschreckend kurzsichtig" und warf ihm vor, "die fundamentalen Vorteile der Dezentralisierung nicht zu verstehen". "Es ist, als würde man das Internet in den 90ern als Modeerscheinung abtun", so Buterin in einem Tweet, der innerhalb weniger Stunden über 100.000 Likes erhielt.
Hintergründe
Johnson, der sich in seiner Amtszeit als Premierminister eher zurückhaltend zur Kryptopolitik geäußert hatte, scheint mit seiner jüngsten Attacke eine Kehrtwende vollzogen zu haben. Brancheninsider vermuten, dass die Kolumne in Zusammenhang mit seiner jüngsten Beratertätigkeit für traditionelle Bankenhäuser steht.
"Es ist kein Zufall, dass Herr Johnson kurz nach seiner Zusammenarbeit mit mehreren Großbanken diese radikale Meinung äußert", sagte eine anonyme Quelle aus dem Finanzministerium gegenüber dieser Redaktion. "Die etablierten Finanzinstitute sehen in Bitcoin eine ernsthafte Bedrohung ihrer Geschäftsmodelle."
Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA zeigte sich überrascht von Johnsons Vorstoß. "Wir haben derzeit keine Pläne, Bitcoin komplett zu verbieten", sagte ein Sprecher der FCA. "Unsere Regulierungsstrategie zielt auf den Anlegerschutz ab, nicht auf pauschale Verbote."
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Auch international sorgt Johnsons Kolumne für Aufsehen. Der deutsche Bundesverband Blockchain kritisierte die "populistische Panikmache" und verwies auf die wachsende Bedeutung von Kryptowährungen für die Finanzinfrastruktur. "Herr Johnson scheint in einer Zeitkapsel aus dem Jahr 2013 gefangen zu sein", so der Verband in einer Stellungnahme.
In den USA wies die Bitcoin-Stiftung Johnson eine "erschreckende Ahnungslosigkeit" nach. "Es ist bedenklich, wenn ein ehemaliger Regierungschef derartige Fehlinformationen verbreitet", erklärte der Vorsitzende der Stiftung, der anonym bleiben wollte.
Die Kursentwicklung von Bitcoin zeigte sich zunächst unbeeindruckt von der Kontroverse. Die Kryptowährung notierte am Tag nach Veröffentlichung von Johnsons Kolumne bei 68.432 US-Dollar, was einem leichten Plus von 0,3% entspricht.
Ausblick
Experten gehen davon aus, dass Johnsons Angriff auf Bitcoin eher als Strohfeuer enden wird. "Die Krypto-Community ist an Kritik gewöhnt und lässt sich nicht so leicht beirren", sagte Dr. Helena Schmidt, Krypto-Analystin bei der London School of Economics. "Interessanter ist, welche Auswirkungen dies auf Johnsons Reputation als politischer Kommentator haben wird."
Unterdessen kündigte eine Gruppe von Bitcoin-Ministern an, Johnson zu einem öffentlichen Debattenforum einzuladen. "Wir sind bereit, ihm die Technologie in all ihren Facetten zu erklären", sagte der Organisator des Forums, der sich als "Satoshi Nakamoto Jr." vorstellte.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.