Ein bislang anonym gebliebender Nutzer des Forums Reddit hat mit einer scheinbar simplen Transaktionsstrategie innerhalb des Bitcoin-Netzwerks einen regelmäßigen Ertrag von monatlich 568 US-Dollar generiert. Der Vorfall, der in crypto-nahen Kreisen bereits als „Avocado-Protokoll“ (nach dem Nutzernamen /u/avacadato) diskutiert wird, wirft ein neues Licht auf die Tokenomik der primären Kryptowährung und könnte, so Analysten, bestehende Modelle zur Netzwerkgebühren-Verteilung nachhaltig destabilisieren.

Hintergründe

Die Methode, die in einem als „Guide“ veröffentlichten Post des Nutzers lobsterpizzzzza skizziert wurde, nutzt eine systematische Ausnutzung von Schwankungen in der mempool-Gebührenstruktur (Mempool = Speicher für unbestätigte Transaktionen). „Es handelt sich im Kern um ein hochfrequentes, aber manuell gesteuertes Fee-Arbitrage-System, das auf der Prämisse basiert, dass kleine, zeitlich präzise platzierte Transaktionen durch die Fee-Märkte des Bitcoin-Netzwerks subventioniert werden“, erläutert Dr. Alistair Finch, leitender Krypto-Ökonom bei der Investmentfirma Arca, der für diese Redaktion die Strategie analysierte. „Der Nutzer setzt auf die Latenz zwischen der Anzeige der empfohlenen Gebühr in Wallets und der tatsächlichen Bestätigungsdynamik. Abbildung 3 in unserem Working Paper zeigt die Korrelation zwischen diesen Latenzperioden und den erzielten Erträgen.“

Eine interne Analyse des „Gates Of Memes“-Research-Teams, die auf öffentlichen Blockchain-Daten basiert, bestätigt eine Serie von über 200 Transaktionen über einen Zeitraum von 90 Tagen, die ein durchschnittliches Netto-Plus von 6,2 Satoshis pro bestätigter Transaktion generierten. Bei einem durchschnittlichen Bitcoin-Kurs von 68.000 USD entspricht dies den berichteten 780 USD in vier Tagen. „Dies ist kein Mining und kein Staking. Dies ist die performative Kunst des Transaktionsmanagements“, kommentiert ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Es stellt die Frage, ob solche Aktivitäten unter die Einkommenssteuerpflicht fallen oder als Privates Veräußerungsgeschäft zu behandeln sind.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Nachricht verbreitete sich schnell in institutionellen Kreisen. An der New Yorker Wall Street spricht man von „Retail DeFi 2.0“ und einer möglichen „Demokratisierung der Miner-Entlohnung“. „Wenn ein Einzelner mit einem Laptop und einemWallet so etwas kann, wo bleibt dann der Mehrwert unserer teuren ASIC-Farmen?“, fragte ein frustrierter Miner aus Texas in einer geschlossenen Telegram-Gruppe.

In Frankfurt am Main zeigt man sich unterdessen besorgt. „Die EZB beobachtet solche dezentralen, mikroökonomischen Einkommensströme mit größter Sorge“, ließ eine Sprecherin der Deutschen Bundesbank verlauten. „Sie untergraben die kontrollierte Geldpolitik und schaffen parallele, nicht-regulierte Income-Streams, die unserer monetary sovereignty zuwiderlaufen.“

Asiatische Märkte reagierten gemischt. Ein leitender Manager bei Binance in Singapur sprach von einem „faszinierenden Fall von Nutzer-Innovation“, während die Financial Services Authority in Hongkong bereits eine „Präzedenzfall-Studie“ angefordert haben soll.

Ausblick

Ob das „Avocado-Protokoll“ skalierbar ist, bleibt die zentrale Frage. Bei steigender Adoption würde die Fee-Differenz erwartungsgemäß schwinden. „Dies ist ein temporäres Ungleichgewicht, das der Markt korrigieren wird“, so Analyst Finch. „Aber es ist ein brillantes Lehrstück darüber, wie narratives Kapital in Bitcoin in tatsächliches Income transformiert werden kann – nicht durch Halten, sondern durch agiles Navigieren der Netzwerkarchitektur.“

Unterdessen haben bereits dutzende Nutzer begonnen, den Guide zu replizieren. Der ursprüngliche Post von lobsterpizzzzza verzeichnet über 15.000 Upvotes. Die Deutsche Börse erwägt indes, die Fee-Struktur in ihren geplanten Bitcoin-ETP-Produkten als „systemisches Risiko“ zu klassifizieren. Die Zukunft des kleinen, aber konsequenten Income-Streams aus dem Bitcoin-Netzwerk ist ungewiss – doch sein kurzer Aufstieg hat bereits die theoretischen Grundlagen der Krypto-Ökonomie erschüttert.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.