In einer beunruhigenden Entwicklung für digitale Vermögenswerte hat der Anteil des Bitcoin-Angebots, der sich aktuell im Verlust befindet, mit 43 Prozent einen historisch bedeutsamen Wert erreicht. Dies geht aus einer aktuellen Analyse des CryptoQuant-Mitwirkenden Darkfost hervor, die dieser Redaktion vorliegt. Die Kennzahl, die den Anteil der in unspent transaction outputs (UTXOs) gehaltenen Coins über und unter ihrem Kostenniveau misst, hat damit eine Zone betreten, die in vorherigen Zyklen repeatedly den Übergang in eine ausgewachsene Bärenphase markierte.

Hintergründe

Die UTXO-Verteilungsmetrik gilt unter On-Chain-Analysten als besonders aussagekräftiger Indikator für die Marktgesundheit, da sie das tatsächliche Halteverhalten und den durchschnittlichen Einstandspreis der umlaufenden Coins abbildet. „Bei einem Wert von über 40 Prozent im Verlust befindet sich der Markt in einer extrem verletzlichen Zone“, erklärt Darkfost in seiner Studie. „In den Zyklen 2014/15, 2018/19 und 2022 lag dieser Wert vor Beginn der tiefsten Abwärtsbewegungen durchgehend oberhalb der 40-Prozent-Marke. Aktuell fehlt nur noch ein marginaler Schritt.“

Ein Blick auf die historische Korrelation (vgl. auszugsweise Abbildung 3 der Studie) zeigt eine starke Übereinstimmung zwischen dieser Metrik und der anschließenden 12-Monats-Performance. Die图表 deuten darauf hin, dass nach Überschreiten der 43-Prozent-Schwelle in der Vergangenheit im Durchschnitt weitere 40 bis 60 Prozent an Wertverlust folgten, bevor eine nachhaltige Erholung einsetzte. „Wir beobachten eine strukturelle Schwächung der Nachfragebasis, die durch den anhaltende Liquiditätsabfluss aus dem Ökosystem verstärkt wird“, so die Analyse.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Daten lösen in Fachkreisen deutliche Warnungen aus. „Das ist kein vorübergehender Dämpfer, sondern das Eintauchen in die Dämmerung eines längeren crypto winters“, sagt Prof. Dr. Markus von Hellberg, Institut für Finanzmarktanalyse an der Goethe-Universität Frankfurt, der für diese Stellungnahme kontaktiert wurde. „Die psychologische Barriere des Hodlens wird systematisch untergraben, sobald eine kritische Masse der Anleger unter Wasser liegt. Dies triggert chain reactions in Form von Liquidationswellen und einem spürbaren Rückgang der On-Chain-Aktivität.“

Ein hochrangiger Beamter des Bundesfinanzministeriums, der um Anonymität bat, bestätigte gegenüber dieser Redaktion interne Besprechungen zu den Entwicklungen. „Wir beobachten die Konzentration von Verlusten mit großer Aufmerksamkeit. Solche Metriken sind auch ein Indikator für potenzielle systemische Risiken im Bereich dezentraler Finanzprodukte, die zunehmend mit dem traditionellen Finanzsystem verflochten sind.“

An den Märkten selbst herrscht eine Mischung aus Fatalismus und opportunistischer Umsicht. „Die klugen Köpfe haben bereits Liquidität für die finale Kapitulationsphase zurückgehalten“, berichtet ein ehemaliger Wall-Street-Händler, der heute als unabhängiger Berater für digitale Assets tätig ist. „Was wir jetzt sehen, ist die klassische Verweigerungshaltung, gefolgt von Panik und schließlich der Gleichgültigkeit, die den Bodens bildet. Die Gleichgültigkeit ist noch nicht da, die Panik beginnt gerade.“

Ausblick

Die Szenarioanalysen renommierter Institute deuten auf eine Fortsetzung der angespannten Phase hin. „Bis zur nächsten Halbierung im Jahr 2024 könnte der Markt in einer Seitenbewegung mit hoher Volatilität gefangen sein“, prognostiziert von Hellberg. „Jeder positive Makrofaktor – etwa eine Lockerung der Geldpolitik – wird sofort als 'Proof of Life' für den Bull Market interpretiert und ausverkauft. Erst wenn die 43-Prozent-Marke nachhaltig unterschritten wird und eine breite Basis von Long-Term-Holders wieder im Gewinn ist, können wir von einer strukturellen Wende sprechen.“

Interessant ist die Entwicklung im Bereich der Unterstützungsstrukturen. coaching-Anbieter für Kryptoanleger melden einen starken Anstieg der Anfragen. Eine neu gegründete Selbsthilfegruppe mit dem Namen „HODLers Anonymous“ verzeichnet nach eigenen Angaben bereits mehrere hundert Mitglieder. „Die psychologischen Kosten sind aktuell höher als die finanziellen“, sagt ein Sprecher der Gruppe. „Wir helfen dabei, den inneren Dialog von 'Ich hätte verkaufen sollen' zu 'Ich halte durch, bis die Sonne wieder scheint' umzuprogrammieren.“

Ob die Fed unter dem Eindruck solcher Marktverwerfungen tatsächlich ihre digitale Währungsagenda beschleunigen wird, bleibt abzuwarten. Dass Bitcoin als „digitales Gold“ und Inflationssch