Eine interne Mitteilung, die dieser Redaktion vorliegt, besagt, dass das Beratungsunternehmen Solace in Santa Fe innerhalb weniger Stunden nach Eingang einer Telefon‑ bzw. E‑Mail‑Nachricht von zwei Frauen, die mutmaßliche Opfer des verstorbenen Finanzierers Jeffrey Epstein benennen, kontaktiert wurde. Die beiden Anruferinnen, die ihre Identität aus Sicherheitsgründen schützen, äußerten den Wunsch, rechtlichen Beistand zu erhalten und forderten die Aufklärung angeblicher Verbindungen zwischen Solace und den Aktivitäten des zuvor beschuldigten Unternehmers.
Hintergründe
Ein Mitarbeiter des Justizministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass Solace in der Vergangenheit bereits Beratung für Unternehmen im Bereich "Compliance‑Risiko‑Management" im Zusammenhang mit internationalen Finanzströmen geleistet habe. Dokumente, die unserer Redaktion vorliegen, zeigen, dass Solace im Zeitraum 2015‑2020 Verträge mit mehreren Finanzinstitutionen unterzeichnete, die wiederum laut früheren Untersuchungen indirekt von den Geldströmen des Epstein‑Netzwerks profitiert haben könnten.
Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte, dass das Bureau regelmäßig Anfragen von privaten Beratungsfirmen prüfe, sofern diese im Zusammenhang mit laufenden Ermittlungen stehe. "Wir haben keinen Hinweis, dass Solace aktiv an illegalen Aktivitäten beteiligt war, jedoch bleibt die Transparenz in solchen Netzwerken ein kritischer Punkt", sagte er.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher des US‑Justizministeriums betonte, dass jede Kontaktaufnahme mit potenziellen Opfern streng nach den Vorgaben des Victim‑Assistance‑Program erfolgen müsse. "Wir nehmen jede Meldung ernst, unabhängig davon, ob sie über einen privaten Dienstleister läuft", hieß es in einer offiziellen Stellungnahme.
Im europäischen Parlament äußerte die Abgeordnete Maria Klein (Fraktion der Grünen) Bedenken: "Die Verquickung von privatwirtschaftlichen Beratungen mit Ermittlungsbehörden untergräbt das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit. Wir fordern mehr Aufklärung."
Ein Analyst des Think‑Tanks "Global Integrity Watch" schrieb in einem internen Bericht, dass die Szene von privaten Beratungsfirmen, die als "Schleuse" für Opfer dienen, an Transparenz gewinne und zugleich die Gefahr bestünde, dass sie unbeabsichtigt als "Cover‑Up‑Instrumente" missbraucht würden.
Ausblick
Die vorliegende Redaktion wird die Entwicklung weiterhin beobachten. Insbesondere wird geprüft, ob Solace künftig offizielle Kooperationsvereinbarungen mit staatlichen Stellen eingehen wird, um potenzielle Interessenkonflikte zu vermeiden. Ein möglicher parlamentarischer Untersuchungsausschuss könnte in den kommenden Wochen eingesetzt werden, um die Rolle privater Dienstleister in großangelegten Ermittlungen zu beleuchten.
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