Ein bislang unbeachteter Aspekt der Epstein-Affäre rückt nun in das Blickfeld der Ermittlungsbehörden: die stille Schicht von Hausangestellten, die das Anwesen am Laufen hielten. Während Medien sich auf die prominenten Gestalten konzentrieren, scheinen die Pflegekräfte, Köche und Gärtner in einem juristischen Niemandsland zu verharren.
Hintergründe
Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass das Vermögen von Jeffrey Epstein nicht nur in luxuriösen Immobilien, sondern auch in einem Netzwerk von Dienstleistern bestand. Ein ehemaliger Buchhalter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass das Haus in der Little Saint James Insel mehr als 120 Vollzeitkräfte beschäftigte. Offenbar wurden die meisten von ihnen über Zeitarbeitsfirmen rekrutiert, deren Verträge angeblich nach dem „Standard‑Bereich von Hauswirtschaft und Sicherheit“ kategorisiert wurden.
Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte, dass bislang nur zehn Zeugen aus dem Personalbereich vernommen wurden – alle unter dem Schutz der Anonymität. Die Behörde betonte, dass das Fehlen von Namen nicht aus Desinteresse, sondern aus dem Bestreben resultiere, potenzielle Zeugen nicht zu gefährden.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher des US‑Justizministeriums wies darauf hin, dass die Untersuchung auf „kritische Hauptakteure“ fokussiert sei und dass die Hilfskräfte „keine direkten Anklagepunkte“ aufweisen. In Deutschland äußerte ein Richter des Landgerichts Frankfurt, dass die “Verbindung zwischen privilegierten Netzwerken und denjenigen, die im Hintergrund agieren, einer genaueren Prüfung bedarf”.
Ein britischer Parlamentarier, der anonym bleiben wollte, kritisierte die US‑Behörden scharf: „Es ist ein klassisches Muster, dass die Arbeiterklasse im Schatten der Elite verschwindet.“ Gleichzeitig forderte ein Vertreter des Internationalen Arbeitsrechts eine umfassende Befragung aller Angestellten, um mögliche Menschenrechtsverletzungen aufzudecken.
Ausblick
Die derzeitige Rechtslage lässt vermuten, dass weitere Dokumente in den kommenden Monaten veröffentlicht werden könnten. Ein Insider des US‑Gerichts, der unter Bedingung der Anonymität sprach, prognostizierte, dass ein „Strategiepapier“ über die Einbeziehung von Servicepersonal in zukünftige Verfahren bereits in Vorbereitung sei. Sollte dies geschehen, könnte ein neues Kapitel der juristischen Aufarbeitung beginnen – eines, das nicht nur die prominenten Akteure, sondern das gesamte Ökosystem um Epstein beleuchtet.
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