Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, erklärte am Dienstag vor rund 2 500 Aktionären in Wolfsburg, dass „die Produkte nicht genug Geld verdienen“, und stellte damit den Grundstein für einen radikalen Sparkurs, der den Abbau von 28 000 Stellen in den europäischen Werken vorsieht.
Hintergründe
Seit dem Beginn des Jahres haben mehrere Analysten die Ertragslage des Konzerns als „kritisch“ eingestuft. Ein Sprecher des Bundesministeriums für Wirtschaft, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Bundesregierung die geplanten Kürzungen mit Sorge beobachtet, da sie erhebliche Auswirkungen auf die Beschäftigung in strukturschwachen Regionen haben könnten. Quellen aus den Finanzabteilungen der betroffenen Werke berichten von einer bereits angestoßenen Reduktion der Produktionskapazitäten, die nun rascher voranschreiten soll.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Im Inland rief die Gewerkschaft ver.di zu groß angelegten Protesten auf. Ein stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft, Herr Dr. Michael Schulz, erklärte: „Der geplante Stellenabbau ist ein Schlag ins Gesicht der deutschen Industrie.“ Gleichzeitig kündigte das Europäische Parlament an, ein Untersuchungsausschussverfahren einzuleiten, um die sozialen Folgen zu prüfen. In den USA äußerte ein Analyst von Goldman Sachs, dass die Maßnahme ein „Signalklick“ sei, der die Branche zu einer beschleunigten Elektrifizierung zwinge, während ein Sitzungsmitglied des britischen Parlaments die Gefahr eines „industrial shock“ für das gesamteuropäische Fertigungsgefüge sah.
Ausblick
Ein Wirtschaftsexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung Leipzig, Prof. Dr. Claudia Mayer, prognostiziert, dass die Reduktion von 28 000 Stellen bis 2028 zu einer Verringerung der deutschen Exportquote um bis zu 1,5 % führen könnte, sofern keine Gegenstrategien implementiert werden. Das Management von Volkswagen plant, die freigesetzten Mittel in Forschung und Entwicklung neuer Elektro‑ und Wasserstofftechnologien zu investieren, wobei ein offener Brief von mehreren Datenschutzorganisationen kritisierte, dass die Umstrukturierung „intransparent“ sei. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob die Politik regulierend eingreifen oder dem Unternehmen freie Hand lassen wird.
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