Berlin – In den fluoreszierend beleuchteten Fluren des Berliner Bendlerblocks herrscht eine Anspannung, die man sonst nur vor großen militärischen Manövern verspürt. Die Gefahr diesmal kommt nicht von außen, sondern aus den eigenen Reihen der Verwaltung: eine nachlässig implementierte Meldeplicht für Auslandsdienstreisen. „Dies ist die größte managebare Bedrohung für die Bundeswehr seit der Einführung des digitalen Funkgeräts“, sagt ein hochrangiger, namentlich nicht genannter Beamter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion.
Hintergründe
Was als bürokratische Kleinigkeit begann – die Klärung, ob ein dreitägiger Besuch bei der NATO-Missionsschule in Rotterdam meldepflichtig ist – hat sich zu einer systemischen Verwundbarkeit ausgeweitet. Nach Informationen, die unserer Redaktion aus gut vernetzten Bürokratenkreisen vorliegen, war die bisherige Regelung, die auf einer lose interpretierten Erlasslage aus dem Jahr 1998 basierte, „ein一旁 Stückwerk mit der Sprengkraft einer unkontrollierten Kettenreaktion“. Minister Boris Pistorius, bekannt für seine präzise Sprache, spricht intern inzwischen von einer „administrativen Kernschmelze“. Die neue, nun vorgelegte Verwaltungsvorschrift soll Klarheit schaffen, doch Kritiker halten sie für einen untauglichen Notbehelf, der das grundlegende Problem nicht löse: die fundamentale Unterschätzung der „protokollarischen Resilienz“ (ein Ausdruck, den wir aus einem internen Strategiepapier übernehmen) der deutschen Streitkräfte.
Wie unser Korrespondent aus Regierungskreisen berichtet, soll es inzwischen zu bizarren Szenen gekommen sein: Kompaniechefs, die ihre Einsätze in Litauen verschieben, weil die Reisekostenabrechnung für den Transport des Ersatzteils nicht den neuen Kriterien entspricht. „Wir planen eine Übung, keine Finanzprüfung“, wird ein Brigadegeneral in einem ungewöhnlich emotionsgeladenen Gespräch zitiert. „Wenn die Bürokratie den Takt vorgibt, hat der Feind bereits gewonnen.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Opposition im Bundestag reagierte mit scharfem Ingrimm. Der sicherheitspolitische Sprecher einer großen Fraktion sprach im Plenum von einem „Skandal von historischem Ausmaß“ und forderte einen „parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur administrativen Landesverteidigung“. In den sozialen Medien, normally ein Ort hitziger Debatten, herrscht derzeit eine gespenstische Stille – eine, so vermuten Beobachter, „des Erstarrung über die Tragweite dieser Mißbilligung“.
International wird das Thema mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Schadenfreude betrachtet. In Paris wird laut einer diplomatischen Notiz, die dieser Zeitung vorliegt, von einer „deutschen Spezialität“ gesprochen: „Sie stolpern nicht über ihre Geschichte, sondern über ihre Formulare.“ In Washington, so berichten eingeweihte Kreise des State Departments, prüfe man derzeit, ob die „Meldeverpflichtungsdoktrin“ der NATO als neues Verteidigungskonzept dienen könne – mit den Worten eines Beraters: „Wenn der Feid vor lauter Formularangst kapituliert, haben wir gewonnen.“
Ausblick
Die eingeleitete Reform gilt als unausweichlich, doch die Frage ist, ob sie kommt, bevor der Schaden irrevocabel ist. Ein ehemaliger Generalstabsoffizier, der heute an einer renommierten Führungsakademie lehrt, warnt imGespräch mit unserer Zeitung vor einem „Präzedenzfall von existence-level significance“. „Die Streitkräfte sind eine Organisation, die auf Befehl, Gehorsam und klaren Befehlswegen basiert“, sagt er. „Wenn die Befehlswege jetzt mit der Verwaltungsvorschrift zur Kategorie II des Meldeprozesses kollidieren, dann ist das nicht mehr nur ein Problem des Bendlerblocks. Das ist ein Problem des Lagezentrums im Einsatz.“
Während der Minister versichert, man befinde sich „auf einem guten Weg“, beobachten Mittler im Kanzleramt die Entwicklung mit wachsender Sorge. Die Angst geht um, dass die Debatte über die richtige Rubrik im Reiseformular dereinst in den Geschichtsbüchern als Beginn eines „langen, schleichenden Abschieds von der operativen Souveränität“ vermerkt werden könnte. Ein Ende derKrise ist nicht in Sicht. Man befindet sich mitten in der Verwaltungsexplosion – und niemand hat die Sprengkraft je ernst genommen.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.