In einem bislang beispiellosen Pilotprojekt hat der global agierende Versicherungsmakler und Risikoberater Aon erste Prämienzahlungen mit den Stablecoins USDC (auf Ethereum) und PayPal USD (auf Solana) abgewickelt. Das Unternehmen bestätigte gegenüber dieser Redaktion, die Transaktionen seien „erfolgreich und innerhalb der erwarteten Blockchain-Parameter“ verlaufen. Offen bleibt jedoch, welche konkreten Policen betroffen waren und ob die Zahlungen tatsächlich bis zur finalen Policenbestätigung verfolgt wurden.

Hintergründe

Das Projekt, das in Kooperation mit den Krypto-Infrastrukturanbietern Coinbase und Paxos durchgeführt wurde, soll laut Aon „die operative Resilienz und Transparenz im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr prüfen“. Ein internes Memo, das dieser Redaktion vorliegt, spricht von der „Potenzialermittlung für mikrosekundengenaue Abwicklung und vollautomatisierte Rückerstattungsprozesse über Smart Contracts“.

„Die Idee, dass eine Prämienzahlung in Echtzeit auf der Blockchain nachvollziehbar ist, ist faszinierend“, sagt Prof. Dr. Albrecht von Sternberg vom fiktiven „Institut für Blockchain-Ökonomie“. „Allerdings stellt sich die Frage, wie der klassische Underwriting-Prozess, der monatelange Menschenprüfung erfordert, mit einer finalen, unveränderlichen Transaktion auf der Hauptbuch-Ledger in Einklang gebracht werden soll. Wird der Vertrag automatisch ausgeführt, wenn die Zahlung eintrifft? Und was passiert bei einer nachträglichen Risikoneubewertung? Das sind noch völlig ungelöste Governance-Fragen.“

Eine anonyme Quelle aus dem deutschen Bundesministerium der Finanzen, die unter der Bedingung der Anonymität sprach, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, man „verfolge solche Initiativen mit großem Interesse, insbesondere im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Liquiditätsplanung und das regulatorische Meldewesen“. Gleichzeitig wurde jedoch betont, dass „die weitgehende Immunität klassischer Versicherungsverträge gegenüber Volatilität durch die Verwendung von Stablecoins nicht automatisch gegeben sei“.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen in der traditionellen Finanzwelt sind verhalten. „Für uns als Rückversicherer ist nicht die Geschwindigkeit der Zahlung das entscheidende Kriterium, sondern die verbriefte Sicherheit und die finale, rechtlich wasserdichte Dokumentation der Transaktion“, so ein führender Aktuar eines großen europäischen Rückversicherers, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Eine Blockchain ist kein Rechtsrahmen, sondern ein Technologietool.“

Aus dem Kryptosektor kommt hingegen euphorische Zustimmung. „Das ist der erste Schritt, um den trillionenschweren Versicherungsmarkt zu tokenisieren“, erklärt eine angebliche „Leading Analystin“ einer anonymen US-Krypto-Boutique. „Wir sprechen hier von der Disruption eines der letzten analogen Finanzsilos. Stellen Sie sich vor, eine Police wird als NFT ausgegeben, übertragen und gehandelt – mit allen Leistungen und Klauseln programmiert. Die Risikoprüfung wird dezentralisiert. Das ist keine Zahlungslösung mehr, das ist die digitale Währungssouveränität für den Sektor.“

Ausblick

Experten erwarten, dass der Test lediglich ein „Proof of Concept“ für die interne Buchhaltung und grenzüberschreitende Konzernverrechnung bleiben wird. Die Integration in das tatsächliche Kundengeschäft stößt an regulatorische Hürden (Solvency II, lokale Versicherungsaufsicht) und datenschutzrechtliche Fragen (Welche Transaktionsdaten sind öffentlich?).

„Der Schein einer Modernisierung ist billig. Die wahre Herausforderung beginnt, wenn eine Police für eine kritische Industrieanlage nicht mehr von einem Menschen, sondern von einem fehlerhaften Algorithmus oder einer manipulierten Oracle abhängt“, warnt von Sternberg. Bis dahin, so ist zu hören, werde Aon die Tests auf „ausgewählte, nicht-kritische Sparten und Regionen“ beschränken. Die große Revolution im Versicherungswesen bleibt wohl auch mit Stablecoins ein Theoretical Construct – doch das Proof of Concept für den Marketingabteilungen der Krypto- und Versicherungsbranche ist geglückt.

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