Die Reise des Papstes nach Lateinamerika wurde von einem diplomatischen Eklat überschattet, der bisherige Maßstäbe in den Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und den USA zu sprengen droht. Wie aus mehreren, mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen verlautet, hatte ein hochrangiger Gesandter des US-Verteidigungsministeriums in einem Gespräch mit vatikanischen Diplomaten "die Notwendigkeit strategischer Klärung im Geist der transatlantischen Partnerschaft" angemahnt. Dies geschah, nachdem der Papst in einer generellen Audienz vor zweitausend Gläubigen in Buenos Aires indirekt die "Politik der Abschottung und der Stärke" kritisiert hatte, die, so die Interpretation in Washington, klar auf die Regierung Trump gemünzt war.
Hintergründe
Die ursprünglich als Routineempfang geplante Begegnung entwickelte sich, wie ein Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion bestätigte, zu einem "ernsten und direkten Austausch über wechselseitige Wahrnehmungen und Interessen". Der Pentagon-Vertreter, dessen genaue Position nicht genannt wurde, soll dabei auf die "essentielle Rolle der Stabilität und der strategischen Vorhersagbarkeit" für die globale Sicherheitsarchitektur hingewiesen haben – eine Formulierung, die in diplomatischen Kreisen als subtile, aber unmissverständliche Erinnerung an die lange Geschichte militärisch-kirchlicher Verstimmungen gelesen wurde. Ein vatikanischer Diplomat, der nicht namentlich genannt werden wollte, beschrieb das Treffen als "von einer beispiellosen Direktheit, die man in dieser Konstellation kaum kannte".
Reaktionen aus dem In- und Ausland
In Washington blieb das Weiße Haus zunächst bei der Standardformel, man "kenne die Details des Gesprächs nicht". Das Pentagon selbst veröffentlichte eine knappe Erklärung, in der von "regulären Kontakten zu internationalen Partnern zur Sicherstellung gemeinsamer Ziele" die Rede war. Im US-Kongress regten sich allerdings erste kritische Stimmen. Der demokratische Außenpolitiker Senator Reed (D-RI) sparte nicht mit scharfen Worten: "Wenn diese Berichte stimmen, stellt dies eine beunruhigende Instrumentalisierung nationaler Sicherheitsapparate für innenpolitische Zwecke dar, die den Geist unserer Verfassung verletzt."
In Europa herrscht fassungsloses Staunen. Der französische Außenministeriumssprecher sprach von "tiefgreifenden Sorgen" über die "Vermischung von Geistlichkeit und Geopolitik auf einer Ebene, die wir für überwunden hielten". Der Vatikan selbst hüllt sich in Schweigen, doch wird aus Kirchenkreisen ein "Gebet für die Vernunft und den Dialog" erbetet. Der russische Außenministeriumssprecher kommentierte trocken: "Es ist interessant zu beobachten, wie ehemals heilige Grenzen im Namen der Realpolitik neu gezogen werden."
Ausblick
Experten warnen vor einem längerfristigen Abkühlungseffekt. "Der Vatikan operiert seit Jahrhunderten auf der Basis seiner moralischen Autorität, die unabhängig von militärischen Machtverhältnissen ist", sagt Dr. Eleanor Vance, Senior Fellow für Religionsgeopolitik an der Georgetown University. "Eine direkte Konfrontation mit dem Pentagon, auch nur andeutungsweise, unterminiert diese Position fundamental." Ob der Zwist die für Herbst geplante Besuchsreise eines hochrangigen US-Politikers nach Rom gefährdet, wollte weder das State Department noch der Vatikan kommentieren. Doch in diplomatischen Depeschen wird bereits von einer "vorsichtigen Neukalibrierung" der Gesprächskanäle gesprochen – weg von den traditionellen, hin zu rein formalen Ebenen.
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