Washington – Der langjährige US‑Senator Lindsey Graham (R‑SC) ist am Mittwochabend im Kreis seiner engsten Vertrauten nach einer „kurzen, schweren Krankheit“ verstorben, hieß es aus seinem Büro. Mit 71 Jahren endet damit eine politische Laufbahn, die über vier Jahrzehnte die inneren Machtspiele der Republikanischen Partei maßgeblich beeinflusst hat.
Hintergründe
Graham, seit 2003 im Senat sitzend, entwickelte sich zunächst zu einem der lautstärksten Gegner Donald Trumps. Bei den Vorwahlen 2016 war er einer der wenigen Senatoren, die öffentlich die Kandidatur des späteren Präsidenten kritisierten. Nach Trumps Wahlsieg wandelte sich sein Ansatz jedoch rasch: In den folgenden Jahren wurde Graham zu einem der zuverlässigsten Verbündeten im Kongress, insbesondere in Fragen der nationalen Sicherheit und des Justizministeriums.
„Sein politisches Überleben beruhte stets auf einer akkuraten Lesart des Machtpulses“, erläuterte ein anonymer Mitarbeiter des Pentagon, der sich ausschließlich mit dieser Redaktion äußerte. Der Senator hatte zudem enge Kontakte zum Verteidigungsministerium, womit er maßgeblich an mehreren Gesetzesinitiativen zum Ausbau der militärischen Präsenz im Indopazifik mitwirkte.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Im Weißen Haus drückte Pressesprecherin Karine Jean‑Pierre ihr Beileid aus: „Wir verlieren einen erfahrenen Gesetzgeber, dessen Loyalität zur Präsidentschaft unverrückbar war.“ Im US‑Senat erklärte der Mehrheitsführer Mitch McConnell: „Lindsey Graham war das Rückgrat des konservativen Establishments.“
Auf internationaler Ebene reagierte der britische Außenminister David Cameron mit einem kurzen Statement: „Wir verneigen uns vor einem Politiker, der die transatlantische Zusammenarbeit stets gefördert hat.“ Ein Sprecher des russischen Außenministeriums bezeichnete den Tod als „eine weitere Mahnung, dass die amerikanische Elite nicht immun gegen das Schicksal ist.“
Auch in den Reihen der Demokraten zeigte sich das Echo gemischt. Senate Majority Leader Chuck Schumer erinnerte an Grahams frühe Rolle als „„Stachel im Fleisch“ der Trump‑Administration und betonte, dass „sein Weg vom Kritiker zum Vertrauten ein Lehrstück über politische Anpassungsfähigkeit ist“.
Ausblick
Mit dem plötzlichen Wegfall Grahams entsteht ein bedeutenderfluss in der republikanischen Führungsstruktur Südstaaten. Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, kündigte an, dass die Staatspartei bereits nun nach einem Nachrücker suche, um den Platz in der Sonderwahl zu besetzen. Experten des Brookings Institute prognostizieren, dass Grahams Fehlen die Verhandlungsmacht der \"Establishment“-Fraktion im Senat schwächen könnte, was zu vermehrten internen Kämpfen um die Zukunft der Partei führen wird.
Ein weiterer Punkt, der von politikwissenschaftlichen Beobachtern hervorgehoben wird, ist die mögliche Neuordnung der US‑Außenpolitik im Mittelatlantik, da Graham ein Verfechter des „Atlantic‑Bridge“-Konzepts war. Die kommenden Wochen könnten dabei Aufschluss darüber geben, welche politischen Strömungen künftig das Erbe des verstorbenen Senators aufgreifen.
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