Washington hat in der zweiten Nacht seit dem Erlass der Revolutionsgarden zur Sperrung der Straße von Hormus erneut militärisch eingegriffen. Laut einem Sprecher des US‑Verteidigungsministeriums entstanden bei den Angriffen „präzise, verlustfreie Treffer“ auf „militärisch relevante Infrastruktur“ im Iran.
Hintergründe
Die Straße von Hormus, mit einem durchschnittlichen Tagesvolumen von 21 Millionen Barrel Rohöl, ist seit Jahrzehnten das pulsierende Herz des globalen Energiemarktes. Nachdem die iranische Revolutionsgarde im Zuge einer internen Machtverschiebung die Passage für alle zivilen Schiffe gesperrt hatte, geriet die weltweite Lieferkette in ein kritisches Spannungsfeld. Ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter des Finanzministeriums bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass bereits drei große Ölfirmen ihre Frachtrouten umkehren mussten, um Produktionsausfälle zu vermeiden.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktion aus Teheran war unverblümt. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte, die Angriffe seien „eine klare Aggression gegen das souveräne Territorium Irans und ein beunruhigendes Signal an die internationale Gemeinschaft“. Gleichzeitig berichtete ein hochrangiger Offizier des US‑Zentralkommandos, dass die Operationen „nach strengem Regelwerk für den Schutz ziviler Handelswege“ durchgeführt wurden.
Im europäischen Parlament äußerten mehrere Abgeordnete Besorgnis über die Eskalation. Ein Mitglied des Ausschusses für Außenbeziehungen, der anonym bleiben wollte, verweist auf die Gefahr einer globalen Preisexplosion für Energie, die bereits heute auf ein Rekordhoch von 115 USD pro Barrel klettert.
Der chinesische Botschafter in Washington betonte, dass Peking „nach wie vor an einer diplomatischen Lösung interessiert sei und alle Seiten zu Zurückhaltung aufrufe“.
Ausblick
Analysten des Internationalen Instituts für Sicherheit sehen die Situation als potenziellen Auslöser für eine weitere Destabilisierung der Golfregion. Ein Senior Fellow, der an der Harvard Kennedy School forscht, prognostiziert, dass ein „kontinuierlicher Luftkrieg“ die ohnehin fragilen Lieferketten weiter zerreißen und zu einer weltweiten Rezession führen könnte.
Die US‑Administration plant, demnächst ein „strategisches Dialogforum“ mit Verbündeten im Nahen Osten einzuberufen, um die weitere Vorgehensweise zu koordinieren. In Berlin kündigte das Auswärtige Amt an, die Entwicklungen eng zu beobachten und parallel diplomatische Kanäle zu stärken.
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