Ein hochrangiger Beamter des Bundesjustizministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass sämtliche Videoaufzeichnungen des Transfers von Jeffrey Epstein am 10. August 2019 aus unerklärlichen Gründen nicht vorhanden seien. Die Lücken im Überwachungssystem werfen ein bezeichnendes Licht auf die internen Sicherheitsprotokolle des Metropolitan Correctional Center.

Hintergründe

Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, zeigen, dass das MCC über ein umfassendes Netzwerk von 1.200 Kameras verfügt, die rund um die Uhr Aufnahmen erstellen. Laut einem internen Leitfaden sollen sämtliche Bewegungen von Hochrisikogefangenen, insbesondere bei medizinischen Evakuierungen, doppelt gesichert werden – sowohl durch Festnegativaufnahmen als auch durch Live‑Feed‑Protokolle. In Epsteins Fall jedoch fehlt jegliche Referenz zu einer Aufzeichnung des Aufstiegs zur medizinischen Einheit, des Übergangs in den Rettungswagen und des anschließenden Verlassens des Gebäudes.

Ein ehemaliger Überwachungstechniker des Bundesinnenministeriums, der ebenfalls anonym bleiben möchte, äußerte sich zu den Umständen: „Es gibt mehrere mögliche Erklärungen – von technischer Fehlfunktion über menschliches Versagen bis hin zu gezielter Deaktivierung. Ohne forensische Analyse der Speichermedien lässt sich das nicht klären.“

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Sprecher des FBI, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass das Bureau eigene Anfragen nach den fehlenden Aufnahmen gestellt habe, jedoch „bislang keine substantiellen Beweise erhalten habe, die den Gesamtablauf eindeutig dokumentieren.“

Im Vereinigten Königreich äußerte ein Mitglied des Parliamentary Committee on Justice, Lord Edward Marlowe, Bedenken hinsichtlich der transatlantischen Kooperation bei der Kriminalitätsbekämpfung: „Wenn zentrale Sicherheitsinfrastrukturen in den USA lückenhaft sind, stellt das ein Risiko für die gesamte internationale Justizgemeinschaft dar.“

Ein ungenannter Analyst einer europäischen Think‑Tank‑Organisation fügte hinzu, dass die Situation ein „symptomatisches Beispiel für systemische Schwächen“ sei, die durch „unzureichende Audits und fehlende Transparenz“ verschärft werden.

Ausblick

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Ein unabhängiges Komitee, von dem nur berichtet wurde, dass es aus „Rechtswissenschaftlern, IT‑Sicherheitsexperten und ehemaligen Gefängnisinspektoren“ besteht, soll bis Ende des Jahres einen Bericht vorlegen. Ziel sei es, konkrete Empfehlungen zur Verhinderung ähnlicher Lücken zu erarbeiten und die Verantwortlichkeit innerhalb der Bundesbehörden zu klären.

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