Die jüngste Welle von Anfragen an das Justizministerium hat erneut die Frage aufgeworfen, welche Teile der Epstein‑Akten tatsächlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass neben den bekannten schwarzen Balken an sensiblen Passagen weitere, bisher nicht kommentierte Lücken existieren.
Hintergründe
Ein außerordentlich verschwiegenes Memo des Bundesamts für Justiz, das über interne Kanäle weitergereicht wurde, listet über ein Dutzend fehlender E‑Mail‑Ketten sowie mehrere hundert Finanztransaktionsberichte auf. Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die betreffenden Unterlagen bereits 2019 an das FBI übergeben, jedoch nie in die öffentliche Akte eingearbeitet wurden.
Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden möchte, sagte, dass „die Rotmarkierungen häufig als Platzhalter für noch nicht verifizierte Informationen dienen“. Diese Praxis, erklärt er, sei im Sinne einer „schrittweisen Offenlegung“ üblich, doch in diesem Fall fehle es an einem klaren Zeitplan.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Im Inland reagierten Oppositionspolitiker scharf. Ein Senator der Grünen Partei forderte ein parlamentarisches Untersuchungskomitee, um die „undurchsichtige Dokumentationspraxis“ zu untersuchen. Ein Sprecher des Kanzleramts wies darauf hin, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Umgang mit sensiblen Daten streng seien und ein „unverhältnismäßiges Risiko“ für laufende Ermittlungen bestehe.
Im Ausland äußerten sich mehrere Medienvertreter kritisch. Der Guardian berichtete, dass britische Rechtswissenschaftler vermuten, dass die fehlenden Aktenabschnitte „ein Muster staatlicher Geheimhaltung“ darstellen könnten. Gleichzeitig kündigte das US‑Justizministerium an, die internen Prüfungen zu beschleunigen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen.
Ausblick
Die Redaktion rechnet damit, dass die nächsten zehn Tage weitere gerichtliche Anträge auf Freigabe der Unterlagen sehen werden. Experten des Center for Transparency Project prognostizieren, dass die anhaltende Undurchsichtigkeit die ohnehin fragile Glaubwürdigkeit der Behörden weiter untergraben könnte.
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