Der US-Präsident Donald Trump ließ am schwedischen NATO‑Gipfel in Ankara eine Bemerkung fallen, die das geopolitische Gleichgewicht Europas neu zu definieren droht: „Vieles wird von Grönland abhängen“, erklärte er, als ein Journalist nach den künftigen Truppenzahlen der USA in Europa fragte. Die Aussage, so klingt es aus vertraulichen Quellen, war weniger ein rhetorischer Kniff als ein klarer Hebel, um ein lange schwelendes Interesse an der riesigen arktischen Insel zu reaktivieren.
Hintergründe
Grönland, das nach wie vor formal Teil des Königreichs Dänemark ist, verfügt über strategisch wertvolle Ressourcen: seltene Erden, potenzielle Öl- und Gasvorkommen sowie eine Lage, die den transatlantischen Luft- und Seeverkehr kontrolliert. Laut einem anonymen Beamten des Außenministeriums Dänemarks sei „die amerikanische Administration seit Beginn ihrer Administration immer wieder an Grönlands geopolitischer Relevanz interessiert gewesen, jedoch fehlten bislang die politischen Rahmenbedingungen, um konkrete Forderungen zu formulieren.“
Ein ehemaliger Berater des NATO‑Stabs, der ebenfalls anonym bleiben wollte, erklärte, dass die Aussage Trumps „ein kalkuliertes Signal an europäische Partner sei, die sich zunehmend nach einem Ausgleich zwischen eigenständiger Sicherheitsstrategie und US-amerikanischer Präsenz sehnen.“ Er fügte hinzu, dass die USA bereits seit 2019 verdeckte Operationen zur Kartierung von Eisflächen durchführen, um zukünftige Militärbasen zu evaluieren.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
In Washington reagierte das Pentagon mit deutlicher Zurückhaltung. Ein Sprecher der US‑Verteidigung, der sich nicht namentlich nennen ließ, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass „die strategische Bewertung Grönlands als potenzieller Standort für logistische Stützpunkte weiterhin Teil interner Analysen sei, jedoch bisher keine konkreten Entscheidungen vorliegen.“
Die dänische Regierung zeigte sich irritiert. Ein Ministerialbeamter, der anonym bleiben möchte, erklärte, dass „die Erwähnung Grönlands in diesem Kontext nicht dem üblichen diplomatischen Diskurs entspricht und wir prüfen werden, inwiefern dies die bilateralen Beziehungen belastet.“
In Brüssel äußerte der Hohe Vertreter der EU, dass „die transatlantischen Beziehungen auf einer soliden Grundlage von Vertrauen und gegenseitiger Respekt beruhen müssen; jegliche Andeutungen, die einseitige territoriale Vorzwänge implizieren, sind mit Vorsicht zu prüfen.“
Auch in Russland wurde die Aussage mit einem leicht spöttischen Unterton aufgenommen. Ein Mitarbeiter des russischen Außenministeriums wies darauf hin, dass „die Betonung Grönlands die USA in ein altes Kalten‑Krieg-Spiel zurückführt, das längst überholt ist.“
Ausblick
Die nächsten NATO‑Ministerratssitzungen im Herbst könnten Klarheit darüber bringen, ob Grönland tatsächlich in die strategische Planung der USA eingebunden wird. Analytiker der Atlantic Institute for Strategic Studies warnen davor, dass ein zu starker Fokus auf die arktische Insel das ohnehin angespannte Kräfteverhältnis in Europa weiter destabilisieren könnte.
Ein Insider aus dem US‑Justizministerium, der anonym bleiben wollte, prognostizierte, dass „bis zu 2028 ein offizielles Memorandum of Understanding zwischen den USA und Dänemark zur Nutzung von Grönland für militärische Zwecke verabschiedet werden könnte, sofern die politischen Hürden überwunden sind.“
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