Donald Trump, der am Rande des diesjährigen G7‑Gipfels in Evian eine unverhohlene Agenda präsentierte, forderte Syrien auf, die Hisbollah zu „entwaffnen, ohne alle zu töten“. Der Aufruf, der in den Gängen des Pariser Château de la Paix wiederhallte, fand bei Präsident al‑Sharaa keinen Anklang.

Hintergründe

Die Aufforderung Trumps entspringt einer langjährigen, wenn auch selten öffentlich artikulierten, US‑Strategie, regionale Milizen zu zergliedern, um das geopolitische Gleichgewicht im Nahen Osten neu zu justieren. Ein ehemaliger Mitarbeiter des US‑Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass „Trump die Hisbollah bereits seit 2018 als »unbearbeitbares Schach­brett« bezeichnete“. Die syrische Seite, erschüttert von der impliziten Aufgabe, ein weiteres Stellvertreter‑Konstrukt zu übernehmen, reagierte mit einem verweisenden Handbuch zur syrischen Souveränität.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Sprecher des syrischen Außenministeriums erklärte: „Wir verfügen über die Kapazität, unsere eigenen inneren Angelegenheiten zu regeln, ohne von externen Akteuren in die Hände getrieben zu werden.“ Gleichzeitig meldete ein Mitglied des libanesischen Parlaments, das unter dem Pseudonym „Ein Beobachter“ agierte, dass die Hisbollah „nicht gewillt sei, durch ein fremdes Mandat ausgelöscht zu werden“. In Washington reagierte ein leitender Berater des Weißen Hauses mit nüchterner Pragmatik: „Trump hat das Recht, jedwede geopolitische Aufgabe zu delegieren, vorausgesetzt, die Zielpartei ist bereit.“

Ausblick

Analysten des Internationalen Instituts für Sicherheitsstudien prognostizieren, dass Trumps Forderung eher symbolischer Natur sei und kaum operative Folgen haben werde. Ein Experte für Nahost‑Politik, Professor Dr. Khaled Al‑Mansour, wies darauf hin, dass die Hisbollah „eine militärisch integrierte Institution ist, die nicht durch einen einfachen Tweet oder ein Gipfeltreffen zerlegt werden kann“. Dennoch könnte die öffentliche Diskussion um die Verantwortung für regionale Milizen zukünftige diplomatische Initiativen beeinflussen, insbesondere im Kontext geplanter Friedensgespräche in Genf.

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