Washington – Der bisher unerschütterliche Pfeiler der NATO‑Verteidigung, die amerikanische Militärpräsenz in Deutschland, gerät nach Angaben eines Mitarbeiters des US‑Verteidigungsministeriums, der anonym bleiben wollte, erneut ins Visier von Präsident Donald Trump. Der Kanzler der Bundesrepublik, Friedrich Merz, soll in einer nächtlichen Telefonkonferenz „die Grenze des Akzeptablen“ erreicht sehen, wie unser Korrespondent aus Berlin berichtet.
Hintergründe
Die USA stationieren rund 35 000 Soldaten auf deutschem Boden – ein Relikt des Kalten Krieges, das seit den 1990er‑Jahren schrittweise reduziert wurde. Quellen aus dem Bundeskanzleramt bestätigten, dass Merz in den letzten Wochen wiederholt Druck aus dem Weißen Haus spürte. „Die Rede des Präsidenten war ein klarer Wink, dass die Geduld am Ende ist“, sagte ein Sprecher des Ministeriums für besondere Aufgaben. Ein Innenministerialberater fügte hinzu, dass die Debatte um die Truppenstärke seitens der deutschen Opposition bereits seit Monaten in den Parlamenten geführt wird, jedoch ohne konkrete legislative Initiativen.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Der deutsche Außenminister äußerte sich in einer Erklärung: „Wir werden die transatlantische Sicherheit nicht auf das Spiel einer Personalentscheidung reduzieren.“ In Washington, ein hochrangiger Beamter des Pentagon, der ebenfalls anonym blieb, betonte, dass die „strategische Notwendigkeit“ der Stationierung nach wie vor bestehe, während das Weiße Haus gleichzeitig nach „alternativen Sicherungsmechanismen“ suche. In Brüssel reagierte die EU‑Kommission mit Besorgnis über die „potenziellen Störungen der europäischen Sicherheitsarchitektur“.
Ein Experte für internationale Sicherheit an der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Klaus Weber, warnt vor einem Domino‑Effekt: „Ein Rückzug, selbst in Teilstreichen, könnte andere NATO‑Staaten zu ähnlichen Forderungen veranlassen und die Glaubwürdigkeit des Bündnisses unterminieren.“ Gleichzeitig deutet ein Analyst des Think‑Tanks Brookings darauf hin, dass Trump die Reduzierung nutzen wolle, um innenpolitisch Druck auf gegnerische Fraktionen auszuüben.
Ausblick
Ob die angekündigte Entscheidung „in Kürze“ tatsächlich in Kraft treten wird, bleibt unklar. Ein Sprecher des Bundeskanzleramtes betont, dass die Bundesregierung bereit sei, „jede diplomatische Option zu prüfen“, um die Stationierung zu erhalten. Inzwischen heißt es aus dem US‑Kongress, dass ein etwaiger Rückzug mit einem „strategischen Review“ gekoppelt sei, der die zukünftige Präsenz in Europa neu definieren soll.
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