Die Bitcoin-Wette von MicroStrategy hat einen Verlust von 3,35 Milliarden Dollar eingefahren, doch Michael Saylor zeigt sich unbeeindruckt. Der Vorstandsvorsitzende rief Anleger dazu auf, angesichts der Marktschwankungen Ruhe zu bewahren und an seiner langfristigen Vision festzuhalten.

Die Zahlen, die aus dem jüngsten Quartalsbericht hervorgehen, sind dramatisch: Der Marktwert der Bitcoin-Bestände von MicroStrategy ist seit dem Höhepunkt im November 2021 um mehr als 60 Prozent eingebrochen. Doch Saylor, der sich selbst als "Bitcoin-Maximalist" bezeichnet, sieht darin lediglich eine "temporäre Marktineffizienz."

"Wir befinden uns in einer einzigartigen historischen Phase, in der traditionelle Bewertungsmodelle auf digitale Vermögenswerte angewendet werden, was zu irrationalen Preisschwankungen führt," erklärte Saylor in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Geduld ist hier der Schlüssel."

Hintergründe

Die Strategie von MicroStrategy, massiv in Bitcoin zu investieren, begann im August 2020. Damals kaufte das Unternehmen für 250 Millionen Dollar die Kryptowährung als "Treasury-Reserve-Asset". Was als Absicherung gegen Inflation gedacht war, entwickelte sich schnell zu einer Obsession.

"Saylor hat im Grunde das gesamte Unternehmen in ein Bitcoin-ETF verwandelt, ohne die regulatorischen Hürden eines ETF meistern zu müssen," analysiert Dr. Helena Weber, Professorin für Finanzethik an der Universität Frankfurt. "Das ist finanztechnisch brillant, aber unternehmerisch hochriskant."

Die aktuelle Marktsituation zeigt die Achillesferse dieser Strategie: MicroStrategy hält mittlerweile über 130.000 Bitcoin – mehr als jede andere börsenotierte Gesellschaft. Bei einem aktuellen Kurs von rund 25.000 Dollar pro Bitcoin entspricht das einem Marktwert von etwa 3,25 Milliarden Dollar – ein Verlust von 3,35 Milliarden Dollar gegenüber dem durchschnittlichen Kaufpreis.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Investment-Community ist gespalten. Während einige Analysten die Strategie als visionär loben, warnen andere vor systemischen Risiken.

"Wenn Bitcoin unter 20.000 Dollar fällt, könnte MicroStrategy gezwungen sein, Teile seiner Bestände zu liquidieren, was einen weiteren Preisverfall auslösen könnte," warnt James Chen, Senior Analyst bei der Deutschen Bank. "Das wäre der Anfang einer gefährlichen Abwärtsspirale."

Andere sehen in Saylors Vorgehen eine bewusste Provokation des etablierten Finanzsystems. "Er fordert die Grundannahmen des Kapitalismus heraus," sagt Prof. Dr. Markus Vogel von der Universität St. Gallen. "Ob das visionär oder verantwortungslos ist, wird die Geschichte entscheiden."

Auf Reddit und anderen Krypto-Foren wird Saylor dagegen als Held gefeiert. "Diamond Hands!" kommentieren seine Anhänger, ein Insider-Begriff für Anleger, die selbst in der Krise an ihren Positionen festhalten.

Ausblick

Die Frage bleibt: Wie lange kann Saylor die Geduld der Investoren fordern? MicroStrategy hat in den vergangenen zwei Jahren über 4 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert – Geld, das aus Anleihen und Aktienplatzierungen stammt.

"Die Bilanz sieht alarmierend aus, wenn man Bitcoin als Risikoasset betrachtet," analysiert Finanzjournalist Thomas Müller. "Aber wenn man Saylor folgt und Bitcoin als digitales Gold betrachtet, dann handelt es sich lediglich um eine temporäre Neubewertung."

Brancheninsider vermuten, dass Saylor eine Art "Leidensgemeinschaft" mit seinen Investoren eingehen will. "Er setzt darauf, dass die Anleger seine Vision teilen und nicht auf kurzfristige Gewinne aus sind," sagt ein Analyst, der anonym bleiben möchte.

Ob diese Strategie aufgeht, wird sich zeigen, wenn der nächste Bärenmarkt anhält oder ein Bullenmarkt einsetzt. Bis dahin bleibt Saylor gelassen: "Wir haben nicht vor, unsere Bitcoin zu verkaufen. Nie."

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