Die jüngsten daten vom kryptomarkt deuten auf einen möglichen paradigmenwechsel hin, der über die übliche rotationsdynamik zwischen den beiden größten digitalen assets hinausgeht. Wie aus internen transaktionsdaten eines großen liquidity-providers, die dieser redaktion vorliegen, hervorgeht, hat sich das netto-fluss-profil seit der einführung der spot-ethereum-etfs in den usa fundamental umgekehrt. „was wir beobachten, ist eine systematische abfließung von bitcoin-basierten instrumenten hin zu ether-derivaten und -körben, angetrieben durch institutionelle mandates, die eine breitere exposition im smart-contract-ökosystem fordern“, erklärt ein leitender quant-analyst einer europäischen investmentbank, der anonym bleiben möchte.

Hintergründe

die von cryptoNews berichtete senkung der bitcoin-dominanz – ein maß für den anteil der gesamten krypto-marktkapitalisierung, der auf bitcoin entfällt – auf 58 Prozent ist das niedrigste niveau seit mai 2022. während historisch gesehen schwankungen in diesem bereich oft auf preisdisparitäten zwischen btc und eth zurückzuführen waren, legen aktuelle on-chain-analysen einen anderen zugrunde liegenden mechanismus nahe. „abbildung 3 in unserer neuesten marktstudie zeigt eine signifikante korrelation zwischen den nettozuflüssen in die neun zugelassenen spot-etf-produkte und der abnahme der btc-dominanz. dies ist kein kovarianz-zufall, sondern ein kausaler flow-effekt“, so die these eines mitarbeiters einer großen ratingagentur, der im auftrag von institutionellen anlegern mandatsanalysen erstellt.

die hintergründe sind vielschichtig: zum einen locken die ethereum-etfs mit einem niedrigeren emissionsprofil im vergleich zu den bitcoin-pendants, was für langfristig orientierte portfolios attraktiv ist. zum anderen fungiere ether zunehmend als „basiswährung“ für das proliferierende defi- und real-world-asset-(rwa)-segment, wodurch sein nutzwert-narrativ über das reine wertaufbewahrungsversprechen von bitcoin hinausgehe, argumentiert ein berater aus washington, der früher für das finanzministerium tätig war.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

in trading-desks von singapur bis zürich wird die entwicklung mit gemischten gefühlen betrachtet. „für uns ist das ein klares signal, unsere hedging-strategien zu überprüfen. die traditionelle 80/20-aufteilung zugunsten von bitcoin ist veraltet“, so die aussage eines risikomanagers eines family office, der für den bericht interviewt wurde. kritischere stimmen aus der „bitcoin-maximalisten“-ecke warnen hingegen vor einem „kurzfristigen hype-zyklus“, der durch die mediale berichterstattung über die etf-zulassung angetrieben werde und nicht die fundamentale sicherheit und dezentralisierung von bitcoin beeinträchtige.

even in traditional asset management circles, the shift is noted with cautious interest. „the data suggests a fragmentation of the ‚store-of-value‘ monopoly. portfolios may now differentiate between a hard, monetary asset (BTC) and a productive, yield-generating digital commodity (ETH),“ commented a London-based strategist at a top-tier asset manager.

Ausblick

die frage, ob es sich um einen vorübergehenden effekt handelt, bleibt z