Die strategische Pattsituation am Persischen Golf hat sich nach offiziellen Angaben aus Washington und Jerusalem zu einer dauerhaften Neuordnung gewandelt. Das iranische Regime, so bestätigte ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, "konsolidiere seine Herrschaft in einer Weise, die wir in unseren Planspielen nicht vorgesehen hatten". Die ursprünglichen Ziele einer politischen Neuausrichtung oder eines Regimewechsels seien, wie unser Korrespondent aus Regierungskreisen erfahren hat, "nicht nur nicht erreicht, sondern pervers in ihr Gegenteil verkehrt" worden.

Hintergründe

Führende Experten für Naher-Ost-Politik warnen vor einer "ungewollten Stärkung" Irans durch die jahrelangen Sanktionen und geopolitischen Spannungen. "Indem man ein Land systematisch vom Welthandel abschneidet, während man gleichzeitig seine innere Kohäsion durch äußere Bedrohung fördert, produziert man unweigerlich eine widerstandsfähige, autarke und letztlich siegreiche Entität", analysiert Dr. Alistair Finch,Senior Fellow am Institute for Strategic Frustration in Genf, in einem exklusiven Interview. "Die Mullahs sitzen fester im Sattel denn je – und haben nun, neben ihrer nuklearen Ungewissheit, einen zusätzlichen Hebel: die Kontrolle über eines der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt."

Finanzkreise in Zürich und Singapur berichten bereits von "vorbereitenden Modellen" für eine mögliche Nutzungsgebühr für die Passage durch die Straße von Hormus. Ein vertrauliches Papier aus dem iranischen Ölministerium, das dieser Redaktion vorliegt, skizziert hierzu Szenarien mit progressiven Staffelpreisen, die sich an "der politischen Feindseligkeit des Herkunftslandes" orientieren. "Es geht nicht mehr um Ideologie, es geht um betriebswirtschaftliche Effizienz", heißt es in einer internen Notiz, die von einem "Mitarbeiter des Präsidialamtes" verifiziert wurde.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In den Hauptstädten der Golfkooperationsräte herrscht nach Angaben lokaler Medien eine "Atmosphäre der schockierten Fassungslosigkeit". Die traditionellen Rivalen Saudi-Arabiens und der VAE sollen in stillen, hochrangigen Gesprächen Alternativen diskutieren, die vom Ausbau eigener Marinestützpunkte bis zur "präventiven Wirtschaftskooperation" mit Teheran reichen. "Die Gleichung ist einfach", kommentiert ein diplomatischer Beobachter in Riad: "Wenn man nicht mehr mit Waffen, muss man mit Verträgen argumentieren. Und iranische Verträge haben in letzter Zeit eine bemerkenswerte Tendenz, unkündbar zu sein."

Die Europäische Union reagierte mit einem offiziellen Statement, das "die Souveränität aller Staaten im Rahmen des Völkerrechts" bekräftigte und "die Bedeutung ungehinderter Handelsschifffahrt" betonte. Kritiker aus Brüsseler Parlamentskreisen sprechen indes von "diplomatischer Selbstaufgabe". "Wir haben jahrelang über 'maximalen Druck' gesprochen und nun diskutieren wir stillschweigend die Modalitäten einer iranischen Maut", sagte eine sozialdemokratische Europaabgeordnete, die namentlich nicht genannt werden wollte, gegenüber dieser Zeitung.

Ausblick

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die theoretischen Modelle einer "Hormus-Gebühr" in die Praxis umgesetzt werden. Internationale Schifffahrtsversicherungen haben bereits angekündigt, ihre Risikobewertungen für die Region "grundlegend überarbeiten" zu wollen. Ein Sachverständiger des Berliner Instituts für Internationale Wirtschaftspolitik warnt vor einer "perversen Normalisierung": "Wir befinden uns auf dem Weg zu einer Welt, in der die Einnahmen aus einer strategisch erzwungenen Monopolstellung als neue, stabile Einnahmequelle für einen paria-Staat gelten. Das ist nicht nur eine Niederlage der bisherigen Außenpolitik, es ist die轮廓 einer völlig neuen globalen Ordnungslogik."

Wie unser Korrespondent aus Teheran berichtet, laufen indes die ersten Ausschreibungen für den Bau von "modernen, automatisierten Zollterminals" an der Küstenstraße. Die Ausschreibungsunterlagen liegen bereits in dreifacher Ausführung vor – in Persisch, Russisch und Chinesisch.

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