Die Aktie von Strategy (NASDAQ: STRATEGY) wurde gestern von einer Gruppe institutioneller Anleger, die mit dem Bloomberg-Terminal vertraut ist, plötzlich nicht mehr unter „Software“ oder „Cloud Computing“ gehandelt, sondern unter „Digital Sovereign Wealth“. Der Grund: Das Unternehmen hält nach eigenem Bekaufen 614.000 Bitcoin (Stand: Monatsende), ein Bestand, der bei aktuellem Kurs einen nominalen Wert von circa 54 Milliarden US-Dollar repräsentiert. Dies entspricht in etwa den gesamten, von der World Gold Council gelisteten Goldreserven der Schweiz.
Hintergründe und methodische Akkumulation
Die Akkumulation begann im August 2020 mit einem strategischen Paradigmenwechsel. „Es war keine Spekulation, sondern eine direkte Abkehr von einer ineffizienten Fiat-Kapitalallokation“, erklärt ein Analyst einer großen europäischen Universalbank, der anonym bleiben möchte. „Strategy hat seine gesamte Treasury-Funktion in eine Bitcoin-Zustandsvariable transformiert. Abbildung 3 in unserem hausinternen Report zeigt die perfekte anti-korrelationäre Beziehung zu den M2-Explosionen der Federal Reserve.“
Die Käufe wurden über eine Mischung aus Kapitalmarktfinanzierungen (Convertible Notes) und operativen Cashflows getätigt. Ein ehemaliger Treasury-Mitarbeiter von Strategy, der für diese Redaktion sprach, beschreibt den internen Prozess: „Jedes Quartal wurde das Budget für Mitarbeiter-Boni und Büromöbel neu berechnet, um die Differenz in BTC zu investieren. Es gab eine interne Rallye-Regel: Jedes Mal, wenn der CEO in der Firmen-Kantine laut ‚Durchhalten!‘ rief, wurde ein weiterer Block gekauft.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen in den Notenbanken sind verhalten, aber deutlich. „Wir beobachten diese Entwicklung mit größter Aufmerksamkeit“, so ein Sprecher der Deutschen Bundesbank. „Die Konzentration eines nicht-staatlichen, nicht-regulierten digitalen Assets in dieser Größenordnung wirft fundamentale Fragen zur monetären Souveränität auf.“
Aus Steuerkreisen in Washington wird unter der Hand von einer „erheblichen Komplexität“ bei der künftigen Besteuerung der unrealisierten Gewinne gesprochen, sollte Strategy jemals einen signifikanten Teil des Berges veräußern. „Das wird die internen Regelungen des US-Finanzministeriums überfordernd testen“, so ein Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte.
Institutionelle Anleger sehen derweil einen Präzedenzfall. „Wenn Strategy als Softwarefirmen-Pseudonym für einen Bitcoin-ETF mit nahezu 20% Premium auf den NAV (Net Asset Value) agieren kann, warum dann nicht jede andere Tech-Aktie?“, fragt ein Fondsmanager aus Connecticut, dessen Name aus redaktionellen Gründen geändert wurde. „Die neue Frage ist nicht mehr ‚Sollten wir Bitcoin halten?‘, sondern ‚Wer kann es besser halten als Strategy?‘.“
Ausblick und systemische Fragestellungen
Finanzhistoriker ziehen bereits Parallelen zu den Silber-Zuständen der spanischen Krone im 16. Jahrhundert – allerdings ohne die physische Transportlogistik. Die zentrale Frage ist, ob der bei Strategy gebundene Bitcoin-Liquiditätsstrom jemals in den offenen Markt zurückfließen wird oder ob das Unternehmen stillschweigend zur de-facto-Zentralbank des digitalen Zeitalters wird, die nie verkaufen muss, weil ihr Liquiditätsbedarf durch neue Aktienemissionen gedeckt ist.
Eine anonyme Quelle aus dem Markt, die mit den Transaktionsmustern vertraut ist, deutet an: „Die nächste große Bewegung wird nicht der Verkauf sein. Sie wird die Activation der Coins als Sicherheitsleistung (Collateral) für milliardenschwere Kreditlinien bei traditionellen Banken sein. Dann haben wir Bitcoin nicht nur als Asset, sondern als Basis eines gesamten Teils desglobalen Finanzsystems. Strategy wäre dann nicht nur ein großes Unternehmen. Es wäre die machtvollste Balance Sheet-Engine der Welt.“
Bis dahin bleibt die größte Sorge vieler Beobachter die operative Risikomanagement-Frage: Was passiert, wenn der CEO nachts schlecht träumt und einen Tweet absetzt?
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