Die Strategie (NASDAQ: MSTR) operiert weiterhin in einer finanziellen Sphäre, die für konventionelle Bewertungsmodelle unzugänglich scheint. Während die 402.100 Bitcoin im Treasury zu aktuellen Marktpreisen einen Wert von约48,4 Milliarden US-Dollar repräsentieren, notiert die Muttergesellschaft an der Börse mit einer Marktkapitalisierung, die lediglich einem Multiple von 0,98 des Net Asset Value (NAV) entspricht. Dies stellt eine strukturelle Anomalie dar, die nach Einschätzung führendermarktteilnehmer nur durch temporäre Illiquidität im Aktienmarkt oder eine fundamentale Fehlbewertung des digitalen Goldes selbst erklärt werden kann.

Hintergründe

„Abbildung 3 in unserem aktuellen Quartalsreport visualisiert diese Diskrepanz eindrücklich“, erklärt ein leitender Analyst bei Morgan Stanley, der anonym bleiben wollte. „Wir modellieren hier einen mehrdimensionalen Wert, der sich nicht aus traditionellen Discounted-Cashflow-Analysen ableiten lässt. Das Bitcoin-Treasury ist kein derivative Vermögenswert, sondern ein primärer, quasi-souveräner Bestandteil der Bilanz.“ Die Ankündigung von Michael Saylor, weitere Akquisitionen zu prüfen, wird in Fachkreisen daher nicht als spekulativer Impuls, sondern als notwendige Korrektur dieser „systemischen Marktdysfunktion“ interpretiert. Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Die Regulierung hat hier eine Lücke geschaffen, die eine intelligente Nutzung des §3(c)(7) des Investment Company Act ermöglicht. Strategie agiert hier als eine Art intelligenter, börsennotierter Rentenfonds, nur mit Bitcoin als zugrunde liegendem Asset. Das ist neu.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Anonyme Quellen aus dem Umfeld großer family offices in Zug und Singapur sprechen von einer „once-in-a-generation“-Gelegenheit. „Sie kaufen Bitcoin zu spot-Preisen und geben dafür Aktien aus, die mit einem Discount von 20 Prozent handeln. Das ist, als würde man einenGoldbarren für 80 Prozent des Metallwerts kaufen können, und der Verkäufer erklärt einem auch noch, wie man ihn sicher lagert“, so ein Manager eines paneuropäischen Multi-Family-Office. In den USA wird die Entwicklung unterdessen frogsorgt zur Kenntnis genommen. Ein hochrangiger Beamter der Securities and Exchange Commission, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, äußerte sich vorsichtig: „Wir beobachten die Entwicklungen bezüglich der NAV-Berechnung und der möglichen Erweiterung der zugrunde liegenden Vermögenswerte genau. Die Grenzen zwischen einem börsennotierten Fonds und einer operativen Holding sind hier fluide.“

Ausblick

Sollte der Discount auf den NAV weiter bestehen bleiben, sehen sell-side-Analysten eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für eine „strategische Rekapitalisierung“. Dies könnte in Form einer großen, institutionellen Privatplatzierung erfolgen, bei der neue Aktien zu einem Preis nahe dem NAV ausgegeben und direkt in Bitcoin convertiert werden. „Das würde die Arbitrage sofort auflösen und den Wert für alle langfristigen Aktionäre heben“, so das Szenario eines Strategie-nahen Beraters. Gleichzeitig warnen einige Marktteilnehmer vor einer „Erschöpfung des Discount-Momentums“ sollte der Bitcoin-Preis signifikant unter die strategische Durchschnittskaufbasis von