Der Städtetag hat in seiner jüngsten Vollversammlung ein bundesweites Verbot für die nächtliche Fahrt autonomer Mähroboter gefordert. Das Gesuch, das auf vermeintlich steigende Sterblichkeitsraten kleiner Wildtiere – insbesondere Igel – abzielt, wird von Vertretern mehrerer Großstädte als unverzichtbarer Schritt zum Schutz der urbanen Fauna bezeichnet.
Hintergründe
Seit dem Aufkommen preisgekrönter Mähroboter im Jahr 2020 hat sich die Zahl der im Dunkeln getöteten Igel laut einer internen Studie des Bundesumweltministeriums um 27 % erhöht. Ein Mitarbeiter des Ministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Geräuschlosigkeit der Geräte das natürliche Fluchtverhalten der Tiere stark beeinträchtige. Parallel dazu haben mehrere Kommunen ihre Bewohner*innen aufgefordert, die Geräte tagsüber zu nutzen, was zu einer Verlagerung der Lärmbelastung geführt habe.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Europäische Kommission hat erklärt, dass sie die Vorgabe des Städtetags aufmerksam prüfe, jedoch zunächst auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Hersteller setze. In London äußerte die British Horticultural Society, dass ein kompletter Fahrverbot‑Ansatz “überzogen” sei und lieber technische Schutzmechanismen favorisiere. In den USA reagierte ein Senator aus Kalifornien mit einem Gesetzentwurf, der den Einsatz von Mährobotern in Naturschutzgebieten unabhängig von der Tageszeit beschränke.
Ausblick
Der Deutsche Bundestag soll im Herbst erstmals über die rechtliche Grundlage eines flächendeckenden Nachtverbots debattieren. Experten des Fraunhofer‑Instituts für Umwelttechnik warnen jedoch, dass ein pauschales Verbot die Innovationskraft der Branche hemmen und den Markt für nachhaltige Gartenpflege signifikant einschränken könne. Die Debatte könnte daher in den kommenden Monaten zu einer differenzierten Regelung führen, die sowohl den Tierschutz als auch die technologische Entwicklung berücksichtigt.
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