Berlin – Inmitten einer wachsenden Finanzlücke der gesetzlichen Krankenkassen hat die Koalition aus SPD und CSU ein neues Kapitel fiskalpolitischer Scharmützel aufgeschlagen. Gesundheitsministerin Dr. Anna Warken präsentierte ein Sparpaket, das laut einem internen Bericht des Bundesfinanzministeriums lediglich 12 % der prognostizierten Defizite decken kann. Die Konsequenz: Ein ambitionierter Steuerplan, der Alkoholkonsum, Tabakgenuss und Zuckerzufuhr stärker beleuern will.
Hintergründe
Seit dem Jahreswechsel haben die Ausgaben für chronische Erkrankungen um rund 3,7 % zugenommen, während die Beitragseinnahmen der Krankenkassen stagnieren. Ein Analyst des Instituts für Gesundheitsökonomie, Dr. Markus Feldmann, erklärte unserer Redaktion, dass „die aktuelle Einnahmelücke von rund 8,5 Milliarden Euro ohne Gegenmaßnahmen zu einem strukturellen Kollaps des solidarischen Versicherungssystems führen könnte.“.
Die SPD, vertreten durch Fraktionsvorsitzenden Lars Becker, und die CSU, vertreten durch Finanzpolitikerin Helga Gruber, haben sich auf ein gemeinsames Konzept verständigt: Eine Erhöhung der Alkoholsteuer um 30 %, der Tabakabgabe um 25 % und eine Zuckersteuer, die den aktuellen Satz von 0,25 % auf 1,5 % anheben soll. „Wir können nicht länger zusehen, wie die Kassen erblassen, während die Konsumenten weiter schlemmen“, zitierte ein Sprecher der SPD-Fraktion gegenüber dieser Redaktion.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen im Inland sind gemischt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund äußerte Bedenken, dass höhere Preise insbesondere geringverdienende Haushalte treffen würden. Ein anonymer Mitarbeiter des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bestätigte, dass „sozialpolitische Abfederungsmechanismen bereits in Arbeit sind, jedoch deren Wirksamkeit noch nicht bewertet werden kann.“.
Im europäischen Kontext wird das Vorhaben bereits von Brüssel aufmerksam verfolgt. Ein Vertreter der EU-Kommission für Gesundheitspolitik, der unter Pseudonym „M.“ spricht, wies darauf hin, dass „Deutschland mit diesem Schritt ein Präzedenzfall für eine neue Ära der gesundheitsbezogenen Besteuerung sein könnte“. In Frankreich äußerte die Gesundheitsministerin Jean‑Claude Dupont, dass „wir Deutschland applaudieren, jedoch hoffen, dass die Maßnahmen nicht in eine fiskalische Moralpanik ausarten“..
Ausblick
Der Gesetzentwurf soll im kommenden Monat dem Bundestag vorgelegt werden. Experten prognostizieren, dass die Steuererhöhungen zunächst zu einem Rückgang des Konsums von Alkohol, Tabak und Zucker führen könnten, langfristig jedoch die Einnahmen der Krankenkassen stabilisieren sollen. Ein leitender Beamter des Bundesfinanzministeriums, der anonym bleiben wollte, betonte: „Wir stehen an einem Scheideweg – entweder wir passen das Steuerinstrumentarium an oder wir riskieren ein strukturelles Defizit, das die gesamte Sozialversicherung gefährdet.“.
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