WASHINGTON, D.C. – In einer überraschenden und ungefilterten Analyse, die intern bereits für Aufsehen sorgte, hat die als „Crypto Mom“ bekannte SEC-Kommissarin Hester Peirce einhellig und mit der ihr eigenen, unnachahmlichen Konsequenz dafür plädiert, die etablierten cybernetischen Grenzen der Corporate Disclosure neu zu justieren – oder, wie sie es nannte, sie „in eine experimentelle Kompartiment zu überführen“. Ihr Kernargument: Die bestehende, inkrementelle Anpassung der Formblätter (Form 10-K, 8-K) an tokenisierte Effekten sei eine „regulatorische Selbstkastration“, die den paradigmatischen Sprung ins Digitale verhindere.

Hintergründe

Peirces, die in internen Kreisen für ihre techno-libertäre Haltung bekannt ist, schlägt konkret eine temporäre, streng limitierte „Innovations-Ausnahme“ (Innovation Exemption) vor. Diese würde es qualifizierten Emittenten erlauben, Wertpapiere als Token auf öffentlichen, permissioned Blockchains auszugeben, unter einer deutlich reduzierten, „prinzipienbasierten“ Offenlegungslast. „Wir messen die Komplexität eines Wertpapiers anhand seiner rechtlichen Hülle und nicht seiner technischen Realisierung – das ist ein Denkfehler mit systemischer Relevanz“, so die Auszüge eines ihr zugereichten Memos, das dieser Redaktion vorliegt. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Was Hester vorschlägt, ist im Grunde die Schaffung einer regulatorischen Sandbox, in der man die validating nodes als neue ‚Investoren‘ betrachtet. Das ist akademisch brillant und operationell ein Albtraum. Die Buchhaltung würde plötzlich auf dezentralen Konsensmechanismen basieren. Wie prüft man einen Proof-of-Stake?“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Während die crypto-native Branche in Silicon Valley und Zürich den Vorstoß als „langersehnte Befreiung“ feiert, löst er in den traditionellen Finanzmetropolen blankes Entsetzen aus. „Das ist keine Lockerung, das ist die bedingungslose Kapitulation vor dem Code“, sagt ein Manager einer US-amerikanischen „Exchange“, der unter der Bedingung der Anonymität sprach. „Die gesamte Architektur von MD&A (Management’s Discussion and Analysis) baut auf kontinuierlicher, verantwortbarer Berichterstattung durch eine juristische Person ab. Wenn das Token selbst das Wertpapier ist, wer haftet dann für den falschen Smart Contract? Der anonyme Entwickler? Die DAO?“

In Brüssel wurde der Vorschlag in Kreisen der ESMA (European Securities and Markets Authority) als „Amerikanischer Sonderweg“ abgetan, der „die Kompatibilität des transatlantischen Kapitalmarktes gefährdet“. Aus Frankfurt kam die scharfe Kritik: „Wir haben jahrelang an der Kompartimentalisierung von Risikoprofilen gearbeitet. Peirce will jetzt alle Compartments in einen einzigen, durchsichtigen Datenstrom leiten. Das ist finanzamtlich unverantwortlich“, so ein führender Beamter der BaFin, der nicht namentlich genannt werden wollte. Selbst innerhalb der SEC gilt der Vorstoß als „high-risk, high-reward“-Gambit, das politisch kaum durchsetzbar sei.

Ausblick

Marktanalysten von Goldman Sachs warnen in einer vertraulichen Kundennotiz, die dieser Redaktion vorliegt, vor einer „phase transition“ im Compliance-Bereich. „Sollte dieser Vorschlag auch nur in modifizierter Form Gesetz werden, werden wir binnen 18 Monaten eine eigene Analyse-Sparte für on-chain Forensik und Smart-Contract-Audits sehen. Die ‚Offenlegung‘ wird von der jährlichen 10-K zu einem Echtzeit-Streaming-Event im Web3-Format mutieren. Die Frage ist nicht ob, sondern wer die Quoten dafür bereitstellt.“ Derweil kursiert in Washington hinter vorgehaltener Hand ein anderes Szenario: Peirce nutze den radikalen Vorschlag bewusst als Verhandlungsmasse, um die SEC zu einer pragmatischeren, aber immer noch restriktiven „Guidance“ zu zwingen – eine Strategie, die in der Vergangenheit bei Krypto-Börsen-Anträgen bereits Früchte getragen habe. Doch selbst dann wäre ein Präzedenzfall geschaffen: Dass die fundamentale Regulierung von Wertpapieren plötzlich verhandelbar ist.

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