Im frühen Licht des Moskauer Morgens klopfte das Kreml‑geprägte Polizeiwagen-Resonanz an der Haustür des oppositionellen Politikers Boris Nadeschdin. Noch gestern war sein Name in den offiziellen Mitteilungen des Innenministeriums als „ausländischer Agent“ deklariert – heute trägt er die Last der Inhaftierung.

Hintergründe

Seit seiner Verurteilung im Frühjahr 2022 hat Nadeschdin unermüdlich die Kriegsführung der russischen Streitkräfte kritisiert. Seine Reden, veröffentlicht auf ausländischen Plattformen, lösten bereits mehrere parlamentarische Anfragen aus. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Entscheidung, Nadeschdin festzunehmen, im Rahmen einer neuen „Sicherheitskonsolidierung“ getroffen wurde, die darauf abzielt, potenzielle “externe Einflussnahmen” zu eliminieren.

Die Rechtsgrundlage, auf die man verwies, ist das umstrittene Gesetz „Über die Bekämpfung ausländischer Einflüsse“, das bereits seit 2021 mehrfach erweitert wurde. Laut einem nicht namentlich genannten Juristen des Obersten Gerichtshofs muss jede Person, die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland bezieht, sich als „ausländischer Agent“ registrieren – ein Verfahren, das vielfach als politisches Instrument zur Einschränkung oppositioneller Stimmen kritisiert wird.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Oppositionsbewegung in Moskau reagierte innerhalb von Minuten. Ein Sprecher der „Freien Stimmen Russlands“ erklärte, die Verhaftung