Die russische Armee befindet sich derzeit in einem beispiellosen Rekrutierungsdesaster, das nicht nur die Zahlen, sondern auch die Moral der Truppen erschüttert. Laut anonymen Angaben eines Mitarbeiters des russischen Verteidigungsministeriums, der gegenüber unserer Redaktion sprach, werden immer häufiger junge Männer per Polizeigewalt in die Kasernen gebracht, während gleichzeitig die Rekrutierungsquoten drastisch sinken.
Hintergrunde
Experten schätzen, dass die aktuelle Lage eine rein militärische Schwierigkeit darstellt, sondern ein Symptom tieferer struktureller Probleme im Regime Putin ist. "Wir haben es mit einer Generation zu tun, die zunehmend die Legitimität des Staates in Frage stellt", erklärt ein ehemaliger Offizier, der nun als Sicherheitsexperte für eine private Denkfabrik arbeitet. Die Regierung habe bereits angekündigt, das Rekrutierungsalter zu erhöhen und neue Anreizsysteme einzuführen, doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig, weil viele potenzielle Rekruten bereits im Ausland leben oder sich dem gesellschaftlichen Druck widersetzen.